Thomas Rietzschel: Mit dem Rücken zur Wand – Pegida jetzt auf Merkel-Kurs?

24 Okt

merkel_muss_weg 
Das Foto der Woche entstand auf einer Pegida-Kundgebung.  Viele Zeitungen bis hin zum Darmstädter Echo haben damit aufgemacht. Zu sehen sind Demonstranten, jüngere und ältere, die ein Plakat hoch halten. Darauf zu sehen: Angela Merkel schmallippig streng in einer Naziuniform des vorigen Jahrhunderts, originalgetreu und maßgeschneidert mit der roten Armbinde, nur dass das Hakenkreuz auf weißem Grund durch ein €-Zeichen ersetzt worden ist.

Ein Schnappschuss, der Rätsel aufgibt. Bestand doch bisher quer durch die politische Landschaft, zwischen allen Parteien, die die Demokratie hierzulande unter sich aufgeteilt haben, Einigkeit darüber, dass es sich bei Pegida um eine „rechtspopulistische Bewegung“ handelt, um einen „nationalistischen“ Aufstand, bei dem die Neonazis in vorderster Reihe marschieren, dass sie es sind, die dem „Pack“ den Ton vorgeben.

Wenn dem tatsächlich so ist, und immerhin fehlt es nicht an politischen und journalistischen Autoritäten, die mit dem Renommee ihres Namens dafür einstehen, angefangen von Sigmar Gabriel über Katrin Göring-Eckardt und Thomas de Maizière bis zu hin Claus Kleber – wenn also stimmt, wovon sie alle überzeugt sind, dann müssen wir konstatieren, dass Pegida Angela Merkel nun zu ihrer Galionsfigur erkoren hat.

Oder weshalb sonst sollten die tagtäglich von ARD und ZDF enttarnten Neonazis die Bundeskanzlerin in die Uniformjacke einer Vergangenheit stecken, die ihnen so viel bedeutet, dass sie deren Führer am liebsten aus dem Jenseits zurückbeordern würden?

Auf eine bösartige Verleumdung der Bundeskanzlerin kann es jedenfalls nicht hinauslaufen, wenn die als Täter ausgemachten Neonazis bei der Gestaltung des Plakates die Finger im Spiel hatten. Oder sollten sie am Ende gar schon unterwandert sein von Bürgern, die auf die Straße gehen, weil sie sich vor dem Totalitarismus einer Politikerkaste fürchten, die ihre Machtinteressen mit dem Argument der Alternativlosigkeit durchzusetzen versucht, aus Unvermögen oder mit kalter Berechnung?

Sollte das Foto der Woche in Wahrheit nicht das Abbild einer neunen Galionsfigur, nicht der Ausfluss neonazistischer Gesinnung sein, sondern die verhärteten Züge einer Führerin zeigen, die zu keiner Einsicht mehr fähig ist, deren Getreue und Koalitionäre blindwütig um sich schlagen, wenn sie ihre Kritiker unisono des Rechtspopulismus oder nationalistischer Reaktion verdächtigen, weil sie selbst schon mit dem Rücken zur Wand stehen?

Laut einer Umfrage des Institut für Demoskopie Allensbach, deren Ergebnisse die FAZ veröffentlicht hat, sind unterdessen 54 Prozent der Deutschen, die absolute Mehrheit, der Meinung, dass die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung unter Angela Merkel eine Gefahr für das Land darstellt. 62 Prozent befürchten gar eine wachsenden Bedrohung durch Terroristen bei weiterer Zuwanderung. Eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen verlangen mittlerweile 56 Prozent der repräsentativ Befragten.

Abermals eine Mehrheit, deren Sorgen ausgeblendet werden, indem man die aufbegehrenden Bürger kurzerhand einer des Rechtsradikalismus verdächtigten Bewegung zuschlägt, sie in den Geruch bringt, ihrerseits die Bundeskanzlerin verunglimpfen zu wollen – womit wir wieder beim Foto der Woche wären.

Wer es vor dem Hintergrund der eben veröffentlichen Umfrageergebnisse sieht, hat allen Grund, diese satirische Warnung vor dem Meinungsdiktat eines autoritär strukturierten Politikbetriebes ernst zu nehmen.

Quelle: Mit dem Rücken zur Wand

Meine Meinung:

Herr Rietzschel hat recht. Angela Merkel ist tatsächlich von der Pegida, vielleicht auch von der AfD, denn niemand hat mehr für Pegida und die AfD getan, als Angela Merkel. Und deshalb wird sie auch so von Pegida gefeiert. Und morgen gibt die HoGeSa (Hooligans gegen Salafisten) in Köln ein Stelldichein zu Ehren der Kanzlerin. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Siehe auch:

Joachim Nikolaus Steinhöfel: Vorschläge zur Lösung der Flüchtlingskrise

In Schweden gibt es ein Problem: Islam – aber niemand darf es aussprechen

Dr. Udo Ulfkotte: Abstimmung mit dem Möbelwagen: Immer mehr Deutsche wandern aus

Akif Pirincci: Volker, Heiko und der Eierdieb in Dresden

Hamburger Parlament: Grüner Zensurversuch bei islamkritischer Rede von Dr. Ludwig Flocken (AfD)

Akif Pirincci: „Sie wollen meine Existenz vernichten“

2 Antworten to “Thomas Rietzschel: Mit dem Rücken zur Wand – Pegida jetzt auf Merkel-Kurs?”

  1. anvo1059 24. Oktober 2015 um 13:39 #

    Kann das weiteren Aufschluss geben ?
    Offener Brief an Kanzlerin Merkel von s.g. Bürgerrechtlern der DDR !
    “ Frau Merkel, das ist genau das Land, was wir uns 89 erträumt haben….“
    Und wieder „protestieren Ossis………
    Ein Schelm der Arges denkt und ein Ossi der sich langsam schämt einer zu sein…….

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    • nixgut 24. Oktober 2015 um 14:04 #

      Wen meinst du mit dem Ossi, der sich schämt, einer zu sein? Meinst du die 40 Bürgerrechtler aus der DDR, die den Brief an die Kanzlerin geschrieben haben? Was sind das übrigens für Bürgerrechtler? Vera Lengsfeld nennt sich ja auch Bürgerrechtlerin. Aber die sieht das wohl etwas anders als diese 40 Bürgerechtler, die Angela Merkel ausdrücklich für ihre Flüchtlingspolitik dankten? Sind die 40 Bürgerrechtler von den Linken?

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