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Dänemark: Dreiviertel der dänischen Türken will die Auswanderung

26 Jul

daenemark_fahne[1] Laut Umfrage erwägt das Gros [die Mehrheit] der Dänischtürken die Auswanderung. Das von ihnen als Grund genannte „schlechte Klima“ sei aber ihre eigene Schuld, glauben viele andere Dänen.

von ANDRÉ ANWAR

Kopenhagen/Stockholm. Das gesellschaftliche Klima für Moslems in der nordischen Nation Dänemark scheint sich verschlechtert zu haben: Drei Viertel der größtenteils alteingesessenen Dänischtürken geben es jedenfalls als Grund an, um „in hohem Grade“ oder „in gewissem Grade“ zu erwägen, Dänemark wieder in Richtung der Türkei zu verlassen. Dies ergab jedenfalls überraschend eine aktuelle Umfrage im Auftrag des dänischen Magazins „Opinionen“.

Zumindest für die Hälfte dieser Ausreise-Interessierten sei demnach nicht etwa der Altersruhestand, sondern hauptsächlich die seit Langem und teils relativ grob geführte Debatte über Einwanderer, den Islam und Menschen mit moslemischem Hintergrund schuld, schreibt die Zeitung.

In Dänemark wurde bereits in den 1990er-Jahren eine sehr hitzige Debatte über Ausländer geführt. 2006 war es in der islamischen Welt zu Verbrennungen dänischer Fahnen, Angriffen auf dänische Einrichtungen und gewalttätigen Anfeindungen gegenüber Dänemark gekommen, weil die Zeitung „Jyllands-Posten“ im Zeichen der Pressefreiheit Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlicht hatte. Das erhitzte die vom Terror des 11. September 2001 in New York und der Teilnahme dänischer Truppen als engen Allianzpartners der USA im Irak-Krieg bereits beeinflusste Debatte zusätzlich.

Limit für Muslim-Migranten?

Von 2001 bis 2011 verschärfte dann eine bürgerliche Minderheitsregierung in enger parlamentarischer Zusammenarbeit mit der offen islamophoben Dänischen Volkspartei (DF) die Ausländergesetze radikal. Die DF hat bis heute großen Einfluss auf die Ausländerpolitik und das allgemeine Klima der Debatte. Die Frage, inwieweit muslimische Frauen und Mädchen bei der Arbeit oder in der Schule Kopftücher tragen dürfen, wird oftmals wichtiger genommen als volkswirtschaftliche oder soziale Kernfragen.

Bürgerliche Parteien und Sozialdemokraten wetteiferten in der Vergangenheit ihrerseits immer wieder mit der rechten DF um eine möglichst restriktive Ausländerpolitik. Sie wollten damit auch Wähler von den erfolgreichen Populisten zurückgewinnen. Die stärkste bürgerliche Partei, die rechtsliberale Venstre, etwa hat 2014 den Vorschlag gemacht, Einwanderung aus muslimischen Ländern gezielt einzuschränken.

Auch will sie offen die sogenannte „Dänischheit“ (Danskhed) definieren, um klare persönliche Forderungen an potenzielle Einwanderer und Ausländer im Land stellen zu können. Ausländern tue man nämlich keinen Gefallen, wenn man ihnen nicht deutlich zeige, dass sie dänische Werte annehmen müssten, wenn sie in dem Land bleiben wollten, so der Tenor des Venstre-Integrationssprechers Martin Geertsen.

Dieser Vorschlag entspricht beinahe komplett den Forderungen der [rechtspopulistischen] DF. Der Rechtsruck auch bei den Bürgerlichen hat der DF allerdings eher genützt: Laut einer aktuellen Umfrage ist sie mit 21,2 Prozent erstmals die stärkste Partei Dänemarks. Das kann bald sogar zu einem Machtwechsel in der parlamentarischen Erbmonarchie mit ihren rund 5,7 Millionen Einwohnern führen: Spätestens im September wird gewählt, die derzeitige sozialliberale Koalition von Premierministerin Helle Thorning-Schmidt (48) würde die Wahl nach heutigem Stand verlieren.

Migrantenkritik nicht grundlos

Laut einer Umfrage im Auftrag der schon erwähnten Zeitung „Jyllands-Posten“ glaubt allerdings eine Mehrheit der Dänen auch, dass es vorrangig die Schuld der Ausländer selbst sei, dass deren Integration schlecht laufe.

Die neue Befragung der Dänischtürken hinterlässt daher in Dänemark nur wenig Eindruck: „Probleme mit Parallelgesellschaften, Extremismus, und Frauenunterdrückung sind Gründe dafür, dass wir den Islam und Einwanderer diskutieren. Ich hoffe, dass die Probleme verschwinden. Wenn sie verschwinden, wird auch die Debatte verschwinden“, kommentierte etwa Inger Stöjberg von Venstre in der Zeitung „Berlingske“ die Umfrage unter Dänischtürken.

Hintergrund

In Dänemark ist die Skepsis gegenüber Einwanderern und Muslimen seit Langem stärker ausgeprägt als etwa in Schweden und Norwegen. Ungefähr 10,5 Prozent der Bevölkerung sind Einwanderer oder unmittelbare Abkömmlinge von solchen, vor allem Türken, Bosnier und Iraker. Mit drei Prozent sind Moslems weit vor den Katholiken die zweitgrößte Religionsgruppe in dem lutherischen Land.

Quelle: Muslime wollen raus aus Dänemark

Dänemark verschärft die Einwanderungsregeln

KOPENHAGEN: Die liberal-konservative Regierung einigte sich in der Nacht auf Montag mit der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei (DF) auf neue, noch strammere Regeln für Familienzusammenführung, die die Zuwanderung aus vor allem muslimischen Ländern weitgehend unmöglich machen sollen.

Eine verschleierte Frau ohne Ausbildung aus Pakistan oder Somalia hat jetzt keine Möglichkeit mehr, nach Dänemark zu kommen, auch wenn sie die bisher geltenden Regeln erfüllt hätte", freute sich die DF-Vorsitzende Pia Kjærsgaard. "Wir kommen dem Ziel eines Stopps für nicht-westliche Einwanderung näher. Ein 30-jähriger Somalier, der nichts kann, das taugt einfach nicht." Ähnlich sieht das der liberale Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen: "Manche sollen ganz einfach nicht rein in unser Land, das ist keine Frage des Alters, sondern der Vernunft."

Die Verschärfung der Zuwanderungsregeln war, wie jedes Jahr, Teil der Haushaltsverhandlungen zwischen der Regierung und der DF [Dänischen Volkspartei]. Die Rechtspopulisten sichern dem Budgetvorschlag der Minderheitskoalition die parlamentarische Mehrheit und lassen sich dafür mit Zugeständnissen in der Ausländerpolitik entschädigen.

Noch offen ist, was mit der Forderung Pia Kjærsgaards passiert, in den hauptsächlich von Zuwanderern bewohnten Wohnsiedlungen Parabolantennen zu verbieten oder zumindest den Empfang der arabischen Sender "Al-Jazeera" und "Al-Arabia" zu untersagen. Letzteres ist weder technisch möglich noch würden sich derlei Einschränkungen mit der Meinungsfreiheit vertragen. >>> weiterlesen

Siehe auch: Dänemark reduziert die Sozialleistungen, um Flüchtlinge wieder loszuwerden

Antifchen schreibt:

Diese Überschrift würde ich mir für Österreich auch wünschen: "Muslime wollen raus aus Österreich"

indicateur schreibt:

Laut einem Bericht des ZDF vom 16.1.2015 wurde in den Niederlanden die Dauer der Asylverfahren auf 8 Tage verkürzt. Dies ist sowohl gegenüber dem Asylanten als auch dem Steuerzahler fair. Wie lange dauern diese bei uns? [Monate? Jahre?]

Ferrum schreibt:

Ich schlage vor, das gesamte [verlotterte deutsche] Parlament und die gesamte Regierung auf eine "Fact Finding Mission" [realitätsfindende Mission] nach Dänemark zu schicken und sich ausbilden zu lassen in der Art und Weise, wie die Dänen das Problem angehen.

karkadeh schreibt:

Liebe Dänen, wie habt ihr das hingekommen? Bitte teilt euer Wissen mit uns. Vielen lieben Dank!

Meine Meinung:

karkadeh, die Lösung besteht in der islamkritischen Dänischen Volkspartei, die stets Klartext gesprochen und kein Blatt vor den Mund genommen hat. Das müssen die Deutschen erst noch lernen. Sie lassen sich noch zu sehr von den linken und rot-grünen Gutmenschenrassisten und ihrer politischen Korrektkeit einschüchtern.

Nelly N. schreibt:

Das sollte ein Modell für Europa sein. Und vor allem muss ich dieser Passage zustimmen:

"Ausländern tue man nämlich keinen Gefallen, wenn man ihnen nicht deutlich zeige, dass sie dänische Werte annehmen müssten, wenn sie in dem Land bleiben wollten, …"

Das sollte für ganz Europa gelten – also europäische Werte in den [Gesetzes-]Text einsetzen! – der strikt gehandhabt werden muß!

Hedge schreibt:

wollen die Chinesen, Italiener, Inder, Deutsche, Spanier, Vietnamesen nicht raus aus Dänemark? Bingo.

Meine Meinung:

Die Antwort ist ganz einfach, Hedge, weil die keine Probleme mit der Integration haben. Schließlich kommen sie aus kultivierten Ländern. 😉

Siehe auch:

Antje Sievers: Debatte um Charlie Hebdo trieft von irrer Feigheit & Rückgratlosigkeit

Alice Schwarzer: “Wer empört sich eigentlich über Islamisten?”

"Flüchtlingskinder" fallen massenweise in Schweden ein und holen die Familien nach

Claudio Casula: Bleib cool am Pool oder: Mit Beschweigen kommen wir nicht weiter

Antje Sievers: Scheinehen – „Suchen Sie sich eine Frau und heiraten Sie”

Martin Lichtmesz: Autorenporträt Karlheinz Weißmann

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