Tag Archives: Khalifa Haftar

Pulverfaß Libyen – Spielball politischer & wirtschaftlicher Interessen

14 Mai

Rose_mit_Regentropfen

By 3268zauber – Rose mit Regentropfen – CC BY-SA 3.0

Conservo

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Und jetzt singen wir alle mal das Lied vom bösen Gaddafi!

Keine Sorge, ich bin kein Verteidiger des früheren libyschen Diktators. Aber wie so oft unter Diktaturen – Titos Jugoslawien läßt grüßen – wird eine Land meist mit eiserner Hand zusammengehalten, werden Stammes-Wurzeln niedergetrampelt und das Bestehen einer „Nation“ vorgegaukelt, die nie eine war. Denn auch Libyen – man beachte die höchst willkürliche Grenzziehung – ist als „Nation“ ein Kunstprodukt der Alliierten.

Libyen, das Land der Stämme, wurde bis 2011 von Gaddafi, einem brutalen Diktator, zusammengehalten und nach dem internationalen Militäreinsatz fatalerweise alleingelassen. Vergessen wird oft, dass die Libyer nach dem Staatszerfall größtenteils gezwungen waren, auf ihre Stammesstrukturen zurückzugreifen. Sie in einen föderalen Staat einzubinden, klingt derzeit wie ein ferner Traum. Sie aber unter einer neuen Diktatur zu vereinigen, dürfte über kurz oder lang erneut viel Gewalt nach sich ziehen.

Mitten durch das Nach-Gaddafi-Chaos…

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Libyen: Brigade 48 aus Sabratha hält Migranten zurück, die über’s Mittelmeer nach Italien fliehen wollen

29 Aug

Noch ein paar aktuelle Meldungen zum unteren Artikel:

Libyen: "Wir haben die Nase voll von den Menschenschmugglern"

libysche_kuestenwache

Die Flüchtlingszahlen auf der Route nach Italien gehen zurück – auch weil an Libyens Küste der Widerstand gegen die Schleuser wächst. Aber die finden schon neue Wege. Die Anzahl der Migranten auf dem Mittelmeer ist durch den Einsatz der libyschen Küstenwache drastisch zurückgegangen. Wenn auch die Überfahrten von Libyen nach Italien gegenüber dem Vorjahr abgenommen haben, sie liegen mit 98.000 nur um 7.000 unter dem Vorjahr.

fluechtlingsrouten_mittelmeer

Nun aber hat die Flucht über die westliche Mittelmeerroute von Marokko nach Spanien zugenommen und über die östliche Route von der Türkei nach Griechenland kamen bis August 13.000 Migranten. Libyens Küstenwache bekam zehn neue Patrouillenboote, die von zwei italienischen Kriegsschiffen unterstützt werden. Die meisten privaten Rettungsschiffe mussten sich auf Druck der europäischen Mittelmeerstaaten zurückziehen. >>> weiterlesen

Außerdem hat es Libyen abgelehnt, Auffanglager im eigenen Land errichten zu lassen. Libyen will elektrischen Schutzzaun zur Negerabwehr bauen

 

Bayern ist FREI

Römisches Theater in Sabratha. Auch dies war lange griechischsprachiges christliches Gebiet.

Über die Mittelmeerroute kommt im Moment kaum ein Kutter. Die Schleuserinfrastruktur hält ihre Kunden momentan zurück. In der aus der römisch-phönizischen Antike bekannten Hafenstadt Sabratha 70 Kilometer von der Hauptstadt Tripolis sorgen Milizen dafür, dass von dort keine Flüchtlingsboote mehr nach Italien ablegen. Die unabhängige Miliz soll „Brigade 48“ heißen. Ihr wird nachgesagt, sie arbeite der Regierung in Tripoli informell zu und versuche sich, bei dieser zu akkreditieren. In ähnlicher Weise scheinen sich sowohl Tripoli als auch weitere Konkurrenten der Regierung um Akkreditierung bei Rom, Paris und Brüssel zu bemühen. Von General Khalifa Haftar und seinem Humanitär-Cäsarismus hatten wir berichtet. Die HumanitärschlepperInnen von Ärzte ohne Grenzen, Sea-Watch u.v.m. verließen schon vor ein paar Wochen die Szene, als sie überall Rückendeckung verloren und für sie nichts mehr zu gewinnen war.   Die Migrantenzahlen gingen im August um 90% zurück

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