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Buchtip: Birgit Kelle und das Mutterglück – Die Frau, das Muttertier

31 Jul

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Birgit Kelle (Autorin)

Der Feminismus ist am Ende. Er hat keine Ideen mehr. Er hat keine Antworten mehr. Das Fanal in der Silvesternacht 2015/16 von Köln war nur die Spitze der Ahnungslosigkeit. Man traute sich nicht, auf die Herkunft der Täter hinzuweisen. Man traute sich nicht, die Frauen offen zu verteidigen. Man traute sich nicht, einen Aufschrei durchs Lande gehen zu lassen. Der Feminismus ist tot, Alice Schwarzer, die einst mit ihrer Abtreibung herumprahlte, ein Schatten ihrer selbst. Doch sind deshalb die Frauen im politischen Deutschland stimmlos?

Nein. Mit Birgit Kelle, Ellen Kositza und Islamkritikerin Necla Kelek verfügt unser Vaterland nun über drei ausgezeichnete Persönlichkeiten, die mutig gegen Islamisierung und Politische Korrektheit auftreten. Kelle hat jetzt ein neues Buch vorgelegt, das sicherlich tollen Absatz finden wird. „Muttertier“ lautet der Titel. Es ist, so der Verlag, „eine Ansage“. Und was für eine!

Birgit Kelle räumt zunächst mit der Vorstellung auf, die auch die Autorin vorliegender Zeilen bis zum Öffnen des Buchdeckels zugegebenermaßen hatte. Nämlich dass Köln das Fanal des sterbenden Feminismus war. Doch das ist falsch! Kelle, vierfache Mutter und Journalistin, legt dar: Man wollte uns (uns = wir Frauen) nie befreien, man wollte uns in ein neues Leben führen. Verheiratet? Iwo! Frei sein! Allein sein! „Unabhängig“ sein!

Eine glückliche Mutter ist eine Provokation

Doch was ist damit denn gemeint gewesen? Wir sollten beziehungslos sein. Kinderlos. Spurenlos. Seit einigen Jahren auch noch: geschlechtslos. Doch Kelle fragt: Sind wir dann nicht letztlich sogar seelenlos?! Ohne Potential? Kelle sagt: Was für ein Potenzial wir doch haben, das uns die Familienfeinde nicht zugestehen wollen. Wir können Leben schenken, Leben weitergeben!

Doch das ist für viele rot-grün-dunkelrot denkende Menschen in Deutschland eine Provokation. Ja: Eine glückliche Mutter ist eine Provokation. Da dreht sich den Fossilfeministinnen (Kelles Wortwahl!) der Magen um. Doch sie können uns nicht ändern. Wir lieben unsere Kinder, unsere Männer, unsere Familien. Ohne sie – was wäre das denn für ein graues Leben?

Es ist nicht alles neu, was Kelle hier vorträgt. Aber es ist wichtig, richtig und wohltuend. Es ist Balsam für die Mutterseele. Für jedes Muttertier. Für jede Frau, die noch Frau sein möchte.

Bestellinformationen:

Birgit Kelle: „Muttertier. Eine Ansage“ (20 €)

Quelle: Buchtip: Birgit Kelle und das Mutterglück

Die Rezension vom Antaios-Verlag zum Buch:

„Eine glückliche Mutter ist heute eine Provokation. Sie ist die selbstverständlich gelebte Weiblichkeit. Sie kann Leben schenken und Leben weitergeben. Birgit Kelle, Journalistin und Bestseller-Autorin, kennt dieses Mutterglück mit vier Kindern nur zu gut. Doch: Darf man einfach „nur“ Mutter sein? Wie lässt sich Mutterschaft inmitten einer Feminismus-Bewegung leben, die jahrelang dafür gekämpft hat, Frauen von diesem „Mythos“, von ihren Männern und auch von den Kindern zu befreien?“

„Früher legten wir Karrieren auf Eis, um Kinder zu bekommen. Heute sollen wir unsere Eizellen auf Eis legen, um Karriere zu machen und unsere besten Jahre der Firma statt unseren Familien zu schenken“, stellt Birgit Kelle fest. „Aber entgegen jedem Mainstream sind wir immer noch da: Beherzte Mütter. Weibliche Frauen. Wir sind die wahre Avantgarde. Ohne uns kein Leben. Wir sind die Muttertiere – wir spielen keine austauschbare Rolle, wir sind nicht dekonstruierbar, wir sind. Gekommen, um zu bleiben. Wir hüten die Brut, wir verteidigen sie wie Löwinnen. Wir geben ihr Wurzeln und Flügel. Wir lieben sie. Es ist nicht rational, es ist. Wir sind Muttertiere bis zum letzten Atemzug. Und das machen wir gut so.“

Noch ein klein wenig OT:

Terrorverdächtiger Tunesier, der für den IS in Deutschland einen Terroranschlag vorbereitet hat, darf nicht abgeschoben werden

keine_Abschiebung_nach_tunesien Video: Tunesischer Terrorist darf nicht abgeschoben werden (00:35)

Der Tunesier war bei einer Anti-Terror-Razzia in Hessen am 1. Februar festgenommen worden. Er soll laut Behörden für den IS einen Anschlag in Deutschland vorbereitet und ein Unterstützernetzwerk aufgebaut haben. Zu den Vorwürfen schwieg der Mann. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hatte erklärt, das Land habe „großes Interesse“ an dessen Rückführung nach Tunesien. >>> weiterlesen

Meine Meinung:

Mir scheint, die Terroristen dürfen erst nach einem erfolgreichen Terroranschlag mit möglichst vielen Toten abgeschoben werden. Ist er wenigstens lebenslänglich in Haft? Und warum hat man ihn erst nach Deutschland einreisen lassen? Der Tunesier war auch an dem Terroranschlag auf das Barda-Museum in Tunis beteiligt, bei dem es 24 Tote und 50 Verletzte gab.

Klare Worte aus Tschechien: Prag: EU soll Grenzen effektiv sichern, anstatt Aufnahmequoten zu verlangen

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Von CHEVROLET | Einmal mehr kommen klare Worte aus einem der Visegrad-Staaten, gegen das Diktat aus Berlin und Brüssel, Massen von „Flüchtlingen“ aus Griechenland und Italien aufzunehmen. Es ist die Tschechische Republik. Deren Staatssekretär für Europäische Angelegenheiten, Ales Chmelar (Foto), erklärte gegenüber der Pro-Europäischen Website „Euractiv”, die EU solle erst einmal die Grenzen der Staatengemeinschaft effektiv sichern, bevor man von den Mitgliedsländern Aufnahmequoten für „Flüchtlinge“ verlange, die letztlich nur zu einem endlosen Strom von Eindringlingen aus der Dritten Welt führten. >>> weiterlesen

"Germanys Muslims" in Mönchengladbach: Muslime im Rocker-Outfit gründen "Bürgerwehr"

germanys_muslimsMan beachte den getreckten Zeigefinger: der Tauhid-Gruß der Anhänger des Islamischen Staates (IS)

Ihre schwarzen Shirts mit den Abzeichen und Logos erinnern an die Kutten der Hells Angels. Die "Germanys Muslims" aus Mönchengladbach wollen Muslime vor "dem immer größer werdenden Islamhass schützen". Die Gruppe distanziert sich von Gewalt – doch unter den Mitgliedern sind auch Salafisten. Wie bei den Rockern gibt es auch bei "Germanys Muslims" einen "President" und einen "Sergeant". Doch mit einem Motorradclub oder Rockern haben die Mitglieder nach eigenem Bekunden nichts zu tun. Die "Germanys Muslims" verstehen sich als eine Art "Bürgerinitiative für Muslime". >>> weiterlesen

bild.de schreibt:

Auf Facebook postete die Gruppe ein Logo, dazu Fotos einer Rocker-Kutte. Das Logo zeigt eine „713“, das für GM steht, also für „Germanys Muslims“. Dazu ein ausgestreckter Zeigefinger, der für das islamische Glaubensbekenntnis „Es gibt keinen Gott außer Gott (Allah)“ steht. Am unteren Ende zudem 1438, das aktuelle islamische Jahr. -  Die islamische Zeitrechnung beginnt mit dem Jahr der Auswanderung (Hidschra) des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina im Jahre 622 n.Chr.. Die Umrechnung auf den gregorianischen (christlichen) Kalender ist etwas kompliziert.

Meine Meinung:

Die meiste Gewalt geht von muslimischen Jugendlichen aus. Ich glaube den "Germanys Muslims" nicht ein Wort und ich wette, sie werden sich im Laufe der Zeit immer weiter radikalisieren und eines Tages genau so auftreten, wie die tschetschenische Rocker der "Guerilla Nation Vaynakh" in Berlin, die als extrem gewaltbereit und skrupellos gilt, und enge Beziehungen zur IS-Salafistenszene hat, und sich wie eine islamische Religionspolizei aufführt. Ihre Haupteinnahmequellen sind nach Einschätzung der Ermittler Schutzgelderpressung und Drogenhandel.

Sie kontrollieren die Handy der jungen Frauen, ob dort Fotos mit Männern anderer Nationalitäten drauf sind, ob sie rauchen oder Alkohol trinken. Besuche in Shisha Bars, Diskotheken, Schwimmbädern reichen aus, um den strengen Sittenwächtern in Deutschland zum Opfer zu fallen. Die Regeln müssen hier sogar noch strikter beachtet werden, als im Heimatland und so steht jeder unter strenger Beobachtung der Gemeinde.

In einem Fall wurde eine junge Frau gefilmt, die durch eine Straße in Berlin ging und sich mit einem Nicht-Tschetschenen unterhielt. Noch am selben Abend tauchte ein Dutzend Männer bei ihr zu Hause auf und schlug sie brutal zusammen, sie verlor fast alle Zähne. Ermittlungen der Polizei gegen die Scharia-Gang verlaufen schnell im Sande, denn alle Opfer haben Angst, auszusagen oder Strafanzeige zu stellen. >>> weiterlesen

Ich glaube, dass es den "Germanys Muslims" in Mönchengladbach, genau so wie den türkischen Rockern der "Osmanen Germania" und anderen türkischen, kurdischen, arabischen und asiatischen Rockerclubs darum geht, ihr Territorium abzustecken, um dort die Regeln und Gesetze der Straße zu diktieren. Ihre Gewalt wird sich in erster Linie gegen Deutsche richten und gegen Muslime, die sich nicht an ihre islamischen Regeln halten. Der Name "Bürgerwehr" ist eine Farce.

Siehe auch:

Video: Götz Kubitschek zum unerwünschten Bestseller ‚Finis Germania‘ (29:21)

Vera Lengsfeld: Die große Mehrheit der "Flüchtlinge" sind Wirtschaftsflüchtlinge ohne Anspruch auf Asyl

Konstanz: Iraker schießt mit Maschinenpistole in Disko – 2 Tote und 3 Schwerverletzte

Soeren Kern: Tschetschenische Scharia-Polizei terrorisiert Berlin

“Finis Germania“ von Rolf Peter Sieferle aus rein politischen Gründen von der Spiegel-Bestsellerliste „weggesäubert“

Messerangriff in Hamburg-Barmbek: Moslem attackiert Kunden im Edeka-Supermarkt – ein Toter, vier Verletzte

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Cigdem Toprak: Wir (Muslima) wollten jung sein, wir wollten frei sein – aber man ließ uns nicht

7 Mrz

cigdem-toprak02Als wir blutjung waren, wollten wir nur eins: frei sein. Wir liebten unsere türkische, arabische, kurdische Kultur, unsere islamische, alevitische Religion, unsere maghrebinischen, afghanischen und anatolischen Traditionen – aber wir wollten sie so ausleben, wie wir es wollten – so wie es sich in einer modernen Gesellschaft gehört.

Jeden Sommer wollten wir im Freibad schwimmen, wir wollten in Clubs feiern gehen, in die wir mit sechzehn Jahren eigentlich gar nicht hinein durften, wir wollten mit Jungs oder Mädels ins Kino, wir wollten mit unserem Schwarm oder unserer Angebeteten telefonieren, wir wollten eine feste Beziehung haben und sie oder ihn Zuhause unseren Eltern vorstellen – so wie es unsere deutschen Freunde taten. Wir wollten jung sein, wir wollten frei sein.

Da wir strenge Eltern hatten, unabhängig davon, ob wir alevitisch, sunnitisch, arabisch oder kurdisch waren – mussten wir – gerade wir Mädels – viel von unserem Leben verheimlichen. Und das war nicht einfach. Wir haben uns im Zimmer eingeschlossen, wenn wir Liebeskummer hatten und konnten unseren Eltern nichts davon erzählen. An Liebe hat es uns nie gefehlt, aber an Freiheit sehr oft. Wir haben nach Wegen gesucht, wie wir abends aus dem Haus kamen – wir haben unsere Eltern für jede weitere Stunde außerhalb unseres Zuhauses angebettelt. Wir wollten uns nicht beugen, wir wollten die herrschenden sozialen Normen durchbrechen.

In den Zeiten vor dem Handy hatten die Jungs immer Münzen in der Hand, um uns aus einer Telefonzelle anzurufen, in der Hoffnung, dass nicht unsere Väter oder unsere Mütter, sondern wir dran gehen – und sie unsere Stimme hören können. Wir haben Liebesbriefe geschrieben und sie Zuhause akribisch versteckt.

Wir Mädels haben uns überlegt, wie es wäre, wenn wir lesbisch wären – ohne dass unsere Eltern es merkten.  Wir hätten mit unserer festen Freundin so viel Zeit verbringen können, wie wir nur wollten – sie könnte bei uns Zuhause abhängen, mit uns in den Urlaub fahren und mit ihr hätten wir nach dem Abitur sogar eine WG gründen können. Wir haben sehr viel geträumt. Auch davon, wie das Leben für die nächsten Generationen werden würde. Ob sie mehr Freiheiten haben würden als wir, fragten wir uns oft. Wir haben das gehofft.

Wir haben gehofft, dass wir so frei sein konnten, wie unsere „deutschen“ Freunde – so frei, dass wir auf der Straße Händchen halten könnten, ohne Angst zu haben, dass ein Onkel oder ein Freund unserer Väter uns dabei erwischen würde. Wir wollten einfach nur jung sein.

Und wir haben dafür gekämpft.

Wir wurden stets als „Ausländer“ bezeichnet, die Fronten waren klar. Das, was für die Deutschen galt, galt eben nicht für uns. Wir haben die Werte aber niemals abgelehnt. Wir haben uns nur darüber geärgert, dass die Deutschen mit ihren Freiheiten so wenig anfangen konnten. Wir, wir hätten das Beste rausgeholt.

Dann merkten einige von uns, dass es keinen Lichtblick gab, dass sie nur bestraft wurden, wenn sie die herrschenden sozialen Normen in den muslimischen Communities brechen. Als die hübschesten, selbstbewusstesten und coolsten marokkanischen Mädels mit 16 Jahren verheiratet wurden, als die freiheitsliebende und aufmüpfige Freundin nach dem Abitur ihren Cousin heiraten musste und sich anschließend das Leben nahm, als nur wenige es schafften, ein selbstbestimmtes, freies und offenes Leben zu haben – ohne mit den Eltern zu brechen, oder eine „falsche Muslima“ oder „unehrenhaft“ zu sein. Da fing man an, konform zu leben. Konform gegenüber den Erwartungen der Eltern. Und die Jugend war dahin.

Die Grenzen waren schließlich verschwommen; während unsere Eltern, unsere Tanten und Onkels noch in der Türkei, Marokko, Afghanistan und in Algerien sozialisiert worden waren und sich ihrer Heimat, ihren Traditionen und Normen immer stark verbunden fühlten – war das für uns nicht mehr selbstverständlich.

Wir waren in diesem Land geboren, aber für uns galten – so selbstverständlich war das für alle, auch für „die Deutschen“ – andere Normen, andere Regeln, andere Erwartungen. Wir waren überfordert; nicht nur mit Hausaufgaben und den Besuchen unserer liebevollen Verwandten, nicht nur mit den Sommerurlauben in unserer mittelöstlichen Heimat, wo wir auch stigmatisiert und bedrängt wurden, sondern auch mit den Übersetzungen für unsere Eltern bei deutschen Behörden – aber noch weitaus mehr, wir waren überfordert mit Erklären, mit Rechtfertigen, mit Entschuldigen. Wir mussten uns stets entschuldigen, für das, wer wir waren und das, was wir sein wollten.

Am meisten tat diese Ungerechtigkeit weh. In unserem Herzen spürten wir jedes Mal einen Stich, wenn wir merkten, dass unsere Grenzen viel zu nah an unseren Träumen waren.  Und wir haben mit Angst gelebt. Angst, erwischt zu werden. Angst, bestraft zu werden. Angst, mit welchen Vorwürfen wir diesmal konfrontiert würden. Dabei wollten wir nur jung sein. Wir wollten frei sein.

„Wir Ausländer“ haben uns zusammengetan, wir haben Solidarität dort gezeigt, wo es unseren bürgerlichen Klassenkameradinnen und Klassenkameraden nicht gelang. Wir hatten uns unsere eigene Welt erschaffen.

Wir waren befreundet aufgrund unserer kulturellen Identität, weil wir unterschiedliche Kulturen aufweisen konnten – gerade auf dem Gymnasium, wo wir auf das deutsche bürgerliche Leben trafen und damit mit unserer kosmopolitischen und transnationalen Identität nicht viel anfangen konnten. Und es war nicht unsere Religion, die identitätsstiftend für uns war. Es war unser gemeinsames Verlangen, unser Streben  nach Freiheit, nach Akzeptanz, nach Anerkennung. Sowohl von unserer eigenen Gemeinschaft, als auch von der deutschen Welt da draußen.

Und wenn unser Lehrer uns fragte, welchen Beruf unsere Großväter ausübten, waren wir drei „Türken“ die einzigen, deren Großeltern nicht einmal einen Schulabschluss hatten. Aber wir kamen damit klar, es hat uns nicht gestört. Denn nicht nur in Mathe oder Physik, sondern auch in Ethik, Geschichte oder Deutsch waren unsere Noten um einiges besser als derjenigen, deren Großväter Ärzte oder Lehrer waren. Wir waren Aufsteiger. Wir hatten nur keine Ahnung, welchen Preis wir dafür bezahlen mussten. Wir hörten Hiphop, liebten Pharrel Williams – bevor es heute die bürgerlichen Studenten taten. Wir trauerten um Tupac und Aaliyah. Wir kannten amerikanischen Slang und hatten deshalb den Englisch-Leistungskurs gewählt. Das war unsere Jugend.

Wir hatten kaum Vorbilder in den deutschen Medien oder in der Öffentlichkeit, die uns einen Weg aufzeigen konnten, wie wir die Erwartungen unserer Eltern, unserer Gemeinschaft mit den Erwartungen da draußen vereinbaren konnten. Wir haben uns nicht als Opfer gefühlt, aber wir wurden ausgegrenzt und irgendwann wurden wir zu Opfern gemacht.

Dabei haben wir uns nicht mit dem Islam oder den Koran auseinandergesetzt – das haben unsere Eltern vielleicht gemacht. Wir haben im Ramadan gefastet, wir haben unsere religiösen Feste zusammen gefeiert. Mit einem richtig miesen Gewissen haben wir uns in der Schule frei genommen – denn unsere Eltern wollten nicht, dass wir am Zucker- und Opferfest von der Schule fernblieben. Sie wollten nicht, dass wir vorrangig religiös waren – aber immer anständig.

Wir haben immer auf den Sommer gewartet; die Jungs haben trainiert, die Mädchen haben Diäten gemacht, weil wir wussten, dass wir uns in Bikinis und Badehosen im Schwimmbad treffen würden. Und wenn wir es schafften, wollten wir Abitur machen, wir wollten studieren, wir wollten raus in die Welt. Das war unsere Welt. Und wir hofften, dass die nächste Generation noch offener, noch freier und noch moderner leben würde. Dass sie soziale Normen durchbrechen würde. Dass sie nicht „deutscher“ werden müsste, aber freier werden könnte. „Dass sie mehr dürfen.“

Dürfen – das war eines der Verben, die wir am häufigsten verwendeten.

Wir wollten nicht nur einen modernen Lebensstil konsumieren, mit unseren Reebook- Schuhen, Nokia-Handys und Nike-Hosen. Wir wollten all das andere, was noch dazu gehörte. Wir haben versucht, Jennifer Lopez nachzuahmen. Ihren Kleidungsstil, ihre Haare – ihre Welt aus “Jenny From the Block” sollte zu unserer Welt werde. Und während Lil Jon und Ludacris im Autoradio „Move Bitch“ rappten, lächelten wir dankbar, dass unsere Eltern kein Englisch verstanden.

Die Namen unserer männlichen Freunde waren in unseren Handys als deutsche Frauennamen gespeichert: Tarek wurde zu Tatjana. Mit einem Julian oder Christopher waren wir offiziell befreundet, mit einem Milad oder Cem durften wir uns nicht blicken lassen. Unsere Eltern haben den deutschen Jungs stets mehr vertraut, als den Jungs ihrer Freunde und Bekannten.

Wir haben nie darüber geredet, wer eine “schlechte Muslima” war – sondern immer darüber gesprochen, welche Bekannte, Cousine oder Freundin nun von „Zuhause abgehauen war“. Sie sind einfach ausgebrochen, verschwunden – weil sie die strengen Regeln der Eltern und der Brüder nicht mehr aushielten – und wenn das unsere eigenen Eltern mitbekamen, bekamen sie Panik. Und engten uns mit ihrer Liebe und ihren Ängsten noch stärker ein.

Wir wollten nicht vorrangig muslimisch sein. Wir wollten frei sein. Wir wollten jung sein.

Wir haben aber bemerkt, dass es schwierig wird, dass uns die Mehrheitsgesellschaft so akzeptieren wird, wie wir eben sind, so komplex unsere Identitäten auch sind. Und wir begriffen, dass unsere eigene Community nur schwer uns so hinnehmen wird, wie wir sein wollten, so frei und offen und kritisch und selbstbestimmt wir leben wollten.

Wir wollten niemals konform leben. Aber man hat unseren Kampf für Freiheit nicht gesehen, nicht erkannt, nicht belohnt. Man fing irgendwann an, uns in Kategorien zu betrachten. Wir mussten mit Stereotypen kämpfen. Jahre später musste ich meinen altbekannten Klassenkameraden erklären, weshalb ich nicht in die Moschee gehe, weshalb ich kein Kopftuch trage. Wir mussten uns erklären, was wir vom 11. September hielten. Wir wurden als Deutsche etikettiert, obwohl wir spürten, dass wir nicht mal als Ausländer akzeptiert wurden. Weder von den Deutschen, noch von den Ausländern. Wir wurden hin- und her gezerrt. Nicht zwischen Tradition und Moderne – denn wir hatten uns längst für die Moderne entschieden – sondern zwischen den Labels, die man uns gab.

Wir seien von nun an deutsche Muslime. Wir hätten einen Migrationshintergrund. Man müsse uns verstehen. Man müsste uns tolerieren. Kaum jemand hat uns gefragt, wer oder was wir sein wollen. Dabei wollten wir einfach nur jung sein. Wir wollten frei sein.

Zuest erschienen auf der Seite: http://cigdemtoprak.de/

Quelle: Cigdem Toprak: Wir (Muslima) wollten jung sein, wir wollten frei sein

Siehe auch:

Akif Pirincci: Merkel schafft das Flüchtlingsproblem und Pfarrerin Ilka Sobottke löst es

Berlin-Marzahn-Hellersdorf: Hilferuf der Eltern – Angst und Gewalt an mehreren Schulen

Thilo Thielke: Kein Arzt an Bord der MS Deutschland – und der Kapitän ist imDelirium

Dirk Maxeiner: Der Stammtisch ist besser als seinRuf

G. Andreas Kämmerer: 6000 % mehr Asylanten-Kriminalität im Jahr 2014 bei den Rohheitsdelikten

Ingrid Carlqvist: Homosexuelle Vergewaltigung, maskierte Männer, Schafe imRestauranta

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