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Eugen Sorg: Ägyptens Staatspräsident General al-Sisi und die religiöse Revolution

26 Jul

Abdel_Fattah_el-Sisi01[1] Die Neujahrsansprache von Abdel Fattah al-Sisi erwies sich im Nachhinein wie eine theoretische Präambel zum Massaker durch radikale Muslime an der „Charlie- Hebdo”-Redaktion in Paris eine Woche später. Das Staatsoberhaupt Ägyptens hatte vor sechshundert religiösen Führern und Koranstudenten in Kairos Azhar-Universität, der höchsten Instanz sunnitisch-muslimischer Gelehrsamkeit, in einer dramatischen Rede nichts weniger als eine „religiöse Revolution” gefordert.

Es sei „unfassbar”, führte er mit Blick auf den sich global ausbreitenden radikalen Jihadismus aus, dass „das Denken, das uns heilig ist, und damit auch die ganze muslimische Gemeinschaft vom Rest der Welt als Quelle der Angst, der Gefahr, des Tötens und der Zerstörung wahr genommen wird.” Es könne unmöglich sein, dass „1,6 Milliarden Muslime die übrigen sieben Milliarden Erdenbewohner töten wollen, nur um selber leben zu können”.

Das Ungewöhnliche und Erstaunliche an der Rede des gläubigen Muslim Sisi aber ist, dass er die Schuld am schlechten Ruf seiner Religion nicht auf die üblichen äusseren Ursachen zurückführte, etwa auf islamophobe [islamkritische] Propaganda, falsches Verständnis des Islam, angeblich zionistisch kontrollierte Weltpresse. Und im Gegensatz zu den meisten westlichen Terrorverstehern behauptete er auch nicht, der gewalttätige Jihadismus von al-Qaida, Islamischer Staat (IS) und Konsorten habe nichts mit dem Islam zu tun.

Stattdessen nahm er die eigene Glaubenskultur und ihre Vertreter in die Verantwortung. „Die Umma, die islamische Weltgemeinschaft wird zerrissen, zerstört, geht verloren, verloren durch unsere eigenen Hände.” Der moralische Niedergang, diagnostizierte Sisi an die Adresse der Rechtsgelehrten weiter, verdanke sich einer geistigen Erstarrung.

„Dieses Denken, diesen Korpus der islamischen Texte und Ideen haben wir über die Jahrhunderte als heilig verklärt. Abzuweichen davon ist sehr schwierig geworden. Denn dieses Denken macht die ganze Welt zum Feind.” Wer in diesem Denken gefangen sei, merke und fühle dies aber selber nicht. „Du musst aus ihm heraustreten, es untersuchen und es aus einer wirklich aufgeklärten Perspektive beurteilen. Dazu brauchst du eine starke Haltung.”

An dieser Stelle des Vortrags soll das geistliche Publikum applaudiert haben. Ob aus Höflichkeit oder aus spontaner Zustimmung, ist unbekannt. Gewiss ist nur, dass Sisis Aufforderung zu selbstständigem Denken fundamentale gesellschaftliche Umwälzungen herbeiführen würde, nähme man sie ernst und liesse sie auch zu. Die wissenschaftlich-kulturelle Entwicklung der arabo-islamischen Welt war vor bald tausend Jahren zu einem weitgehenden Stillstand gekommen.

Die politischen und religiösen Autoritäten hatten erklärt, alle relevanten Fragen seien gestellt und in den Grundprinzipien beantwortet worden. Das schariatische Rechtssystem, Fiqh, sei vollendet, beschieden sie, und man schloss das „Tor des Ijtihad”, die Praxis der selbstständigen Rechtsfindung

Seit da gelten bis heute (zumindest im sunnitischen Islam) für alle Belange des Lebens, von der Hygiene über die Geschlechterbeziehungen bis zu den Regeln des Krieges, die Richtsprüche der vier grössten Rechtsschulen, wie sie in den nahöstlichen archaischen Kulturen des 11. Jahrhunderts festgelegt worden waren.

Der autoritär-gewalttätige Konformismus [Angepasstheit, Kritiklosigkeit], der trostlose Fatalismus, der jederzeit in Fanatismus umschlagen kann, die Absenz [Abwesenheit] intellektueller Neugier in den meisten arabischen Gesellschaften sind auch eine Folge dieses historischen Entscheides zur Unmündigkeit.

„Wir brauchen eine religiöse Revolution”, wiederholte Sisi und meint damit, dass das Tor des Ijtihad [Bemühung um ein eigenes Urteil] wieder geöffnet werden soll. „Und ihr, die Imame, ihr seid dafür verantwortlich. Die ganze Welt wartet auf euren nächsten Schritt.”

Solch kluge und mutige Worte eines ehemaligen arabischen Putschgenerals über den islamistischen Terror würde man gerne auch einmal von einem westlichen Politiker hören. Es bleibt zu hoffen, dass Sisi seine Rede lange überlebt.

Zuerst erschienen in der Basler Zeitung

Siehe auch: Egypts al-Sisi makes extraordinary speech on islam

Quelle: General al-Sisi und die religiöse Revolution

the_tide_is_turning [#10] schreibt:

Von Israel lernen, wie man sich gegen Terroristen schützt (sehr guter Artikel)

Ich denke, die linke Verblödung und Indoktrinierung von Kindesbeinen und mittlerweile durch alle Institutionen gehend (Kindergarten, Schule, Medien, ….) ist so massiv, dass die meisten den Willen gar nicht mehr haben, von Israel zu lernen. Der typische Linke hasst Deutschland und seine Kultur (“nie wieder Deutschland”), ist ein klassischer Verlierer, der endlich ein Sprachrohr gegen die Gesellschaft gefunden hat, in der er nicht bestehen kann und die er eigentlich hasst.

Denn selbst die CDU surft weit links der Mitte. Nur eine stolze Nation verteidigt sich mit einer Kraft wie Israel das tut. In Europa sucht man die stolzen Nationen vergebens. Unsre kinderlosen Linksschwadronöre, Haifischschützer, Klimakatastrophenveganer und weltoffenen Betroffenheitspiloten sind eine no-future-Generation, die auch dann noch “dankbar für Multikulti” sein werden, wenn den GenossInnen nebenan der Sessel unterm Arsch weggebombt wurde.

Israel sah nach dem zweiten Weltkrieg Werte, die es als Nation zu verteidigen galt. War und ist stolz auf seine Religion und Kultur. Wir sind hingegen im Sumpf der Beliebigkeit versunken, alles gleich(wertig), alles wurscht… Israel wird höchstens wegen seiner Wehrhaftigkeit vom Mainstream verurteilt, lernen werden wir davon nix, denn wenn wir dazu bereit wären, dann wäre die Gesellschaft längst aufgewacht und würde gegensteuern. Pegida ist vielleicht der letzte Lichtblick…

Jean Marie Le Pen: Ich bin nicht Charlie Hebdo

„Es tut mir Leid, ich bin nicht Charlie“: Mit diesen Worten hat sich der Gründer des rechtsextremistischen Front National, Jean-Marie Le Pen, von dem Satiremagazin „Charlie Hebdo“ distanziert. Ich werde nicht kämpfen, um den Geist von Charlie zu verteidigen, der ein anarchisch-trotzkistischer Geist ist, der die politische Moral zersetzt.“

Exported_Biokartoffel [#33] schreibt:

Die Tussi [in dem Video unten], die da so rumstammelt, weil sie sich auf einmal “ausgegrenzt” fühlt, weil eine andere Demo, wo sie nicht dabei ist, “Wir sind das Volk” skandiert, ist echt lustig. Ebenso lustig ist der Typ mit Glatze und Ohrring, der bemängelt, dass die linke Mischpoke immer dieselben Slogans brüllt: Nazis raus!

Dem Typen ist gerade ein Licht aufgegangen, dass Pegida keine Nazis sind und daher diese Slogans keine Wirkung zeigen und sich nun auch noch über die Linken und deren Slogans lustig gemacht wird auf Seiten von Pegida. Kurzum, die Linken, die seit 30 Jahren die Demos und die Debatten in Deutschland bestimmten, fühlen sich auf einmal überrannt und es dämmert ihnen allmählich, dass sie nicht dazugehören zur neuen Revolution und irgendwie was verschlafen/verpasst haben. Ist das nicht geil? 😉 Denn, die bisherigen Links-Wähler, die etwas verstanden haben, sind alle auf der Pegida-Demo. Siehe den Film.


Video mit Pegida-Anhängern und Gegendemonstranten (18:41)

Siehe auch:

Dänemark: Dreiviertel der dänischen Türken will die Auswanderung

Antje Sievers: Debatte um Charlie Hebdo trieft von irrer Feigheit & Rückgratlosigkeit

Alice Schwarzer: “Wer empört sich eigentlich über Islamisten?”

„Flüchtlingskinder“ fallen massenweise in Schweden ein und holen die Familien nach

Claudio Casula: Bleib cool am Pool oder: Mit Beschweigen kommen wir nicht weiter

Antje Sievers: Scheinehen – „Suchen Sie sich eine Frau und heiraten Sie”

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