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Armer, seelisch verkrüppelter Gutmensch, ein unscheinbares Nichts – bedeutungslos…

3 Feb

loire_riverBy © Guillaume Piolle – Nantes/Loire – CC BY 3.0

Ich denke, du bist das vernachlässigte und ungeliebte Kind oder Enkelkind der frühen ´68 er Generation. Das Che Guevara-Plakat deiner Eltern gibt es immer noch, aber heute hängt es edel gerahmt im eigenen Reihenhaus, und deine Eltern fahren viermal im Jahr in Urlaub und am Wochenende regelmäßig im Audi A8 zu Giovanni, dem Nobel-Italiener.

Und nun bist du erwachsen, kannst nicht selbständig denken, weil man dir das verboten hat, kannst dein Leben nicht selbst finanzieren, weil man dir das nie beigebracht hat, arbeitest nicht, weil du auch nichts gelernt hast. Dabei waren sie doch immer gegen das System und gegen den Kapitalismus. Da gibt es nichts, worauf du stolz sein kannst – nur gähnende Leere und Langeweile.

Conservo

(www.conservo.wordpress.com)

Von Barbara †, mit einem Nachwort von Peter Helmes

Vorbemerkung Peter Helmes:

Der folgende Artikel stammt von meiner leider allzu früh verstorbenen Freundin Barbara. Was sie schreibt, hat nach wie vor Gültigkeit und sollte uns Mahnung sein. Hier ihr Text.

Ein offenes Wort an die politisch korrekten Zeitgenossen

Gestatte mir, lieber armer Gutmensch, dass ich einmal das Wort ganz persönlich an dich richte:

Was ist denn nun eigentlich los mit dir?

Zugegeben, auch ich hatte in längst vergessenen Tagen diesen Aufkleber mit dem Wortlaut „No Atomstrom in my Wohnhome“ an meiner Zimmertür kleben. Auch am Auto pappte ein ähnlich dummer Spruch: „Alle Menschen sind Ausländer – überall“.

Und um mein Image als tolle, emanzipierte und politisch engagierte junge Frau vollends „aufzupeppen“, durfte natürlich auch das Che Guevara Plakat in meinem Zimmer nicht fehlen

(obwohl ich gar nicht wusste, wer das eigentlich war) und der aktuelle „Spiegel“ lag…

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