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Hadmut Danisch: Finstere Prophezeiung nach Chemnitz

2 Sep

Basilique_St_Remi_08By Vassil – Own work, Public Domain

Hadmut Danisch schreibt:

Ich übe mich mal in finsteren Prophezeiungen. Wenn ich mir das jetzt so rund um Chemnitz ansehe, oder genauer gesagt, eigentlich nicht Chemnitz, sondern die Presse- und Politikpanik, in der man versucht, ein Feuer durch hektisch-panisches Draufschlagen zu löschen, dann komme ich zu folgender Prognose – oder weil es dramatischer klingt, Prophezeiung:

Das ist der Anfang vom Ende der Herrlichkeit jener marxistischen Utopie, dass man aus unserer Gesellschaft Labskaus kochen könnte, indem man alles in einen Topf wirft, umrührt und einfach alles als Nazi beschimpft, was sich nicht fügt. Ich glaube nicht, dass die panikauslösende Zusammenrottung auf den Straßen von Chemnitz stattfand, sondern in linken politischen Köpfen, die sich das alles anders vorgestellt hatten, weil sie auf bekloppte marxistische Soziologen hereingefallen sind.

„Die Menschen hier sind es satt, ständig bevormundet zu werden.”

Das ist aber nun mal das linke leninistische Prinzip: Ein Proletariat, das zu blöd ist, sich um sich selbst zu kümmern, und eine Elite als Partei, die sich für die Vorhut der Arbeiterklasse hält, und den Leuten diktiert, was sie zu tun und zu denken haben. Das war ja früher [in der DDR] Marxismus-Leninismus-Zwangsfach.

Den Käse wird Links nicht aufgeben und deshalb fühlen sich die Leute bevormundet wie 1989 oder bedroht wie 1929 (Weltwirtschaftskrise). Links kommt nicht ohne Bevormundung aus. Links ist Bevormundung. Es geht nicht ohne. Deshalb funktioniert es nicht, deshalb führt es immer zu Abwehrreaktionen.

Meine Einschätzung ist, dass dieses Bevormundungssystem gerade zusammenbricht. Dass man deshalb versucht, durch hektisches Beschimpfen die Sache im Zaum zu halten. Gerade das wird aber wieder als Bevormundung empfunden und verstärkt deshalb den Effekt. Vermutlich wird sich das jetzt erst mal wieder ein paar Tage beruhigen, und beide Seiten werden Pläne schmieden, wie man das beim nächsten Mal stärker eskalieren kann.

Dann wird es wieder ein paar Morde geben. Gemesserte Ex-Girlfriends. Vergewaltigte Frauen. Terroranschläge, Leichen in LKW oder so was. Oder auch umgekehrt ein toter Migrant. Dann brodelt das so. Und dann wird das ausbrechen. Dann rennen die einen los und die anderen schlagen drauf und die Polizei wird überfordert sein, und dann gerät das außer Kontrolle…

Bayern ist FREI

Hadmut Danisch erinnert mich an Victor Klemperer: ein Chronist seiner Zeit. Seine Gedanken sind unaufdringlich, besonnen und wohltuend sperrig. Heute übt er sich in finsteren Prophezeiungen und geht an die Quellen und Wurzeln von Zeitenwenden und Brüchen in der Geschichte wie 1918 und 1933.

Zu wenige fragen, wieso es zu unvorstellbar grausamen Zeitenwenden kommen konnte. Lehrbeispiele wie der Dreißigjährige Krieg (1618-1648), der Amerikanische Bürgerkrieg (1861-1865), der Russische Bürgerkrieg (1918-1922) oder der Spanische Bürgerkrieg (1936-1939) könnten Warnung genug sein. Last not least der Krieg in Jugoslawien (1991-1999). Das Experiment, verschiedene, nicht harmonisierende Ethnien durch ideologischen Druck von oben in einen Völkerkerker zu zwingen, erinnert an Wahnsinnige, die in ein Gebäude immer mehr Sprengstoff pressen. TNT, Dynamit, Tretminen. Das kann nicht gut gehen. Welcher vernünftige Mensch wildert Füchse in einem Hühnerstall aus? Das menschliche Immunsystem stösst Fremdorgane ab, die nur unter einer nebenwirkungsreichen immunsuppressiven Therapie einen tödlichen Ausgang verhindern. Untereinander inkompatible Blutgruppen…

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