Claudia Roth (Grüne): eine von einer intellektuellen Zone befreite Frau

11 Jun

Ich hatte den Namen Wiglaf Droste zwar schon des öfteren gehört, aber irgendwie konnte ich ihn nicht so recht einordnen. Wenn man sich den Text von Wikipedia über ihn durchliest, gewinnt man den Eindruck, er ist ein linksradikaler Autor, der gerne bei der taz und bei der Jungen Welt schreibt, den man aber auch irgendwie nicht ganz ernst nehmen kann. Mit dem Text über Claudia Roth trifft er aber wahrscheinlich voll ins Schwarze.

Conservo

(www.conservo.wordpress.com)

Von Wiglaf Droste *)

Grafik: Fridolin Friedenslieb

Ihr Auftritt verströmte die Ästhetik einer Butterfahrt mit anschließendem Heizdeckenverkauf. Alles, worüber sie spricht, macht sie zu einer angeblich ganz persönlichen Angelegenheit, Tränenfluss, brüchiges Timbre und großgestiges Um-die-Welt-besorgt-Sein-Gehampel inklusive. So geht ihr Spiel: Sie äußert sich hochbewegt jaulend, schlammig menschelnd und geistfrei edelkitschend, jede Kritik daran aber versucht sie plump mit dem Hinweis auf angebliche Unsachlichkeit auszuhebeln. Ich habe viel für Naivität im Sinne von Natürlichkeit übrig, aber so naiv, einer gewohnheitsmäßig aufgepeitschten Betroffenheitsnudel auf eine Sachebene zu helfen, bin ich dann doch nicht.

In den Achtzigerjahren wäre sie mit der Nummer durchgekommen, heute aber zieht der Ranz nur noch bei den ganz Schlichten. „Ihre Knie“ hätten „richtig nachgegeben“, weinte sie in die Zeitung hinein, um einen Augenblick später zu beklagen, dass sie als „emotionsgeleitet beschrieben“ werde. Geht es noch ausgepichter?

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