Akif Pirincci: Titus der Menschenretter – Wenn Gutmenschen meinen, die Welt retten sie müssen

3 Jul

Titus-der_Menschenretter

In der ZDF-Dokureihe „37 Grad“ von 27. 6. wird uns der zweiwöchige Abenteuerurlaub eines jungen Mannes aus Berlin gezeigt, der es bestimmt nicht so verstanden haben möchte. In der Inhaltsangabe der Sendung heißt es:

Rettung in letzter Sekunde. 37 Grad begleitet Titus (26) aus Berlin auf seiner ersten Mission an Bord eines Schiffes, das im Mittelmeer vor der Küste Libyens Flüchtlinge an Bord nimmt, die in Seenot geraten sind.“

Titus´ Eltern scheinen normal zu sein bzw. normal spießig. Kleines Eigenheim, bescheidener Wohlstand, vernünftige Leute, wie man so sagt, und, tja, wie soll man es ausdrücken … ziemlich deutsch. Man merkt es ihnen an, dass ihnen das Vorhaben ihres studentischen Sohnes, der für die Rettung der Welt im Kinderzimmer den Seesack stopft, Unbehagen bereitet. Nicht anders, als wenn er ihnen plötzlich eröffnet hätte, er wolle alleine zu Fuß den Grand Canyon durchwandern. Aber so ist das Jungvolk nun mal, immer auf Thrill gebürstet.

Was nicht zur Sprache kommt (vielleicht auch weil die Filmerin Nathalie Suthor es rausgeschnitten hat) ist die Sinnhaftigkeit der Aktion. Offenkundig ist für alle Beteiligten das Fischen von analphabetischen Moslems und Afros aus lybischem Küstengewässer als geilen Kick für wohlstandsverwöhnte Jungmänner die normalste Sache der Welt.

Auch kommt kein einziges Mal zur Sprache, dass die Flüchtlingsdarsteller sich auf seeuntüchtigen Booten absichtlich in eine Gefahrensituation bringen, damit sie über Italien und über kurz oder lang in das brillantene deutsche Sozialsystem einwandern können. Überhaupt verkommt das Wort „Flucht“ im Laufe des Filmes zu einer einzigen Farce, weil ganz offensichtlich keiner vor etwas flieht, sondern auf Biegen und Brechen ins Keine-Arbeit-trotzdem-Geld-Paradies „rübermachen“ will.

„Ich weiß ja nicht, wo unsere Herzlosigkeit aufhört“, schluchzt Titus, der eigentlich schleunigst zum Wehrdienst gehört, damit er seine Heimat genau gegen solcherlei Invasion verteidigt, „wie viele Menschen sollen noch sterben?“ „Herz“ und „Herzlosigkeit“ werden in dem Streifen noch etliche Male salbadert.

Mit dem Aussprechen dieser beiden Zauberworte sollen die vom deutschen Steuerzahler zu erwirtschaftenden Abermilliarden für den ganzen Flüchtlingsschwindel nach der Zaubervorstellung unter mediterraner Sonne aus dem Hirn des Zuschauers verschwinden. Eigentlich ist es so, wie wenn eine Schulklasse am Weihnachten mit der Spendendose für die Bedürftigen sammelt – bloß dass der Spaß letztes Jahr 50 Milliarden gekostet hat und nächstes Jahr vielleicht 100 und übernächstes Jahr wahrscheinlich das ganze Staatsbudget. Frohes Fest!

Dann sticht das Schiff von Malta aus in See, nicht ohne dass der Chef die freiwilligen Humanismus-Freaks an Bord als „gute Menschen“ gelobt hat. Gut ist derjenige, der Menschen in Seenot rettet, auch wenn die Seenot in Wahrheit ein Schmierentheater ist und die Hauptakteure sich freiwillig in Not begeben, weil sie genau wissen, dass sie eine 99:1-Chance zur europäischen, insbesondere deutschen Rundumversorgung lebenslang haben.

Sofort schneidet die Filmemacherin das Kreuzfahrtschiff „Aida“ prophylaktisch und als Kontrast ins Bild, um darauf aufmerksam zu machen, dass den dekadenten Menschen da drin anscheinend die Reklame-Ertrunkenen am Arsch vorbeigehen. Wäre es nicht moralischer, wenn diese urlaubenden Drecksrentner, die einst mit ihrer Disziplin und Arbeit ein blühendes Land aufgebaut haben, ebenfalls an der Großfischerei nach jenen beteiligten, die gar nix aufgebaut haben, gar nix je aufbauen werden, im Gegenteil, durch ihre unverschämten Forderungen im gelobten Land die jungen Aufbauenden über deren Ausplünderung durch den Staat daran hindern werden, dass gar nix mehr aufgebaut wird?

Bald sind die „Retter“ auch am Ziel ihrer Sehnsüchte, 12 Meilen vor Flüchtilanien. Titus ist jetzt schon mit den Nerven am Ende: „Ist schon zermürbend irgendwann.“ Wann tauchen endlich die Moby Dicks auf? Doch da, ein Aufklärungsflugzeug (?) entdeckt zwei Holzboote! Freu. Titus lacht über beide Ohren: „Der Puls ist hochgegangen gerade.“ Einen geileren Orgasmus hätte ihm auch eine 2000-Euro-Nutte nicht verpassen können.

Aber oh Scheiße!, es droht Rettungskonkurrenz, denn ein anderes Rettungsschiff ist auch sofort zur Stelle. Hammer, die kloppen sich richtig um die Flüchtilanten. Was die Filmemacherin vermutlich weggeschnitten hat, sind die Stinkefinger, die Titus von dort aus entgegengestreckt werden, hihi. Dennoch ist der geteilte Sieg zu verkraften, weil es sich wahrlich um einen dicken Fang handelt – für die Filmer. Bei den Insassen des Holzbootes handelt es sich, man glaubt es kaum, tatsächlich auch um ein paar Frauen und Kinder! Neptun meint es gut mit „37 Grad“.

Rasch hakt die pastoral klingende Moralstimme aus dem Off ein: „Acht Stunden waren sie ohne Wasser unterwegs“. Obwohl sie nur 12 Meilen vor der lybischen Küste entfernt sind? Und: „Fast alle Menschen in diesem Boot sind vor dem Krieg in Syrien geflohen“. Wer sagt das? Die Filmerin Nathalie Suthor? Hat sie an Bord den Geretteten schnell die Ausweispapiere abgenommen, in Syrien beim Kriegskommandanten angerufen, die Namen durchgegeben, und der hat dann bestätigt: „Jaja, das stimmt schon, die sind alle vor unserem Scheißkrieg geflohen“? Eine Frau (oder mehrere?) ist übrigens schwanger. Schnackseln funktioniert offensichtlich trotz Krieg noch vorzüglich.

„Wie furchtbar muss es sein, wenn Menschen diesen Weg gehen müssen“, jammert Titus erneut. Sieh es mal so, Titus, würden die ganz bequem mit einem Flieger ins Schland kommen, wärst du doch um deinen gutmenschlichen Urlaubsspaß gebracht und müsstest mit deinen Kumpanen am Ballermann ganz traurig aus dem Sangria-Eimer saufen.

Und so geht es tüchtig weiter. Die selbstlosen NGOs seenotretten, was die Schiffsschraube hergibt. Und weil dieses Spiel so fabelhaft funktioniert, bricht der Flüchtilantennachschub nie ab, im Gegenteil, bald sind ganze Kontinente ins Land der Glückseligen unterwegs, dort, wo Titus und Seinesgleichen heimisch sind – freilich nicht mehr lang. Ein paar Ertrunkene hier und da gehören nun mal zu den Regeln der „Hunger Games“ europäischer Fasson.

Zwischendurch wird die Lage unübersichtlich. Bei einer erneuten Rettung gibt Titus in seiner Naivität ein Geheimnis preis: „Die meisten kommen aus Bangladesch“ Häh?! Bangladesch liegt doch noch hinter Indien. Ist dort auch Krieg? Ach nein: „Es gibt da verschiedene Theorien. Früher haben in Libyen viele Gastarbeiter gearbeitet, die jetzt im Zuge des Bürgerkrieges da gefangen sind.“ Aha, es gibt also keine verschiedene, sondern nur eine Theorie. Und warum fliehen die Bangladeschis dann nicht nach Bangladesch?

Einer von ihnen sagt es frank und frei. Er würde in Libyen kein Geld mehr verdienen und es deshalb jetzt in Europa versuchen. Und wenn es auch dort mit der Arbeit nicht klappen sollte, nun ja, da findet der deutsche Steuerzahler schon eine Lösung. Titus kriegt sich vor Begeisterung trotzdem nicht mehr ein. Lächelnd sagt er: „Ja, das sind dann die Bilder, die man immer gesehen hat, und jetzt ist man ein Teil davon.“ Geilomat! Ein kleiner Wermutstropfen hat die Sache allerdings. Im Gegensatz zum Anfang werden nur noch junge Männer gerettet, die allesamt so aussehen, als könnten sie nicht einmal ihren Namen buchstabieren.

Auf einmal wird ausgerechnet Titus´ Schiff von der „Zentrale“ zurückbeordert, obwohl es noch überall massenhaft Goldstücke einzusammeln gibt. So ein Mist, jetzt wo es gerade Spaß zu machen beginnt! Off-Stimme: „In Italien wurden Vorwürfe laut, dass Nichtregierungsorganisationen mit Schleppern zusammenarbeiten.“ Na und, zahlen den Großteil dieses Affentheaters für Möchtergern-Jesuse wir oder die Spaghetti?

Titus ist am Boden zerstört und simuliert ein bisschen Geheul, was leider nicht funktioniert. Nach dieser kurzen Niederlage „geht es wieder mit Vollgas zurück zur libyschen Küste“. Hurra, jetzt dümpeln die Facharbeiter zu Tausenden im Wasser! Selbst die Geisterfeinde von Captain Jack Sparrow könnten solche Massen nicht herbeizaubern – alles natürlich Männer, viele von ihnen fett, und keiner sieht mehr syrisch aus.

Am Ende ist der Tenor, dass man doch bitte, bitte andere Wege finden möge, diese islamischen und afrikanischen Analphabeten auf dem bequemsten Wege vor den Toren des Gelsenkirchener Sozialamtes zu karren. Vielleicht mit Charterflug oder so. „Im Elternhaus von Titus herrscht Erleichterung“, dass der Sohn wieder zurückkehrt. „Jetzt ist Schluss“, sagt der Vater, „der soll erst mal studieren, der Junge“. Trotzdem fügt er im Skyp-Gespräch mit dem Sohn hinzu: „Wusste gar nicht, dass das so aufregend ist … Du bist ein Mann geworden inzwischen, Titus!“

Das mit dem Weiterstudieren ist gar keine schlechte Idee. Allerdings nur Magie in Hogwarts. Denn wenn man bedenkt, dass nach Titus´ eigenen Angaben während seines Urlaubaufenthalts er und seine Kollegen zirka 3000 Leute rüber machen ließen, und wenn man weiter bedenkt, dass jede dieser Nasen mit 1600 Euro pro Monat bis zu ihrem Lebensende, sagen wir mal noch 40 Jahre, alimentiert werden müssen, so kommen wir auf eine Summe von 2.304.000.000 Euro. Von den restlichen Millionen „Flüchtlingen“ wollen wir erst gar nicht reden. Das Zusammenverdienen dieser Mega-Kohle kann Titus in der Tat nur noch mit Zauberei und Hexerei bewerkstelligen. Deshalb von dieser Stelle aus: Ein erfolgreiches Simsalabim!

Quelle: Titus, du bist ein Mann geworden

Weitere Texte von Akif Pirincci (eventuell zwei Mal anklicken)

Meine Meinung:

Früher hatte man solchen Wirrköpfen standrechtlich ihren Lohn erteilt.

Willy schreibt:

Wie gottverdammt gehirnamputiert muss man sein um nicht zu merken, dass die Leute nur die gefährliche Fahrt wagen, weil sie mit einem Titus Vollidiot rechnen, der sie rausfischt?

Hirngefickte zum Abschlachten reif schreibt:

Titus und Konsorten werden erst aufwachen, wenn sie in den Blutströmen des europäischen Bürgerkrieges ertrinken. Wahrscheinlicher ist aber, daß sie vor der Macht und der Gewalt der Eroberer Stück für Stück appeasen [kapitulieren, einschleimen, um Gnade winseln], sich feige bücken, um sich in den Arsch ficken zu lassen und um Gnade winseln. Es wird interessant sein, wie sich die Eroberer dann verhalten werden, denn sie müssen den Wirt ja am Leben erhalten, um ihr bequemes Leben weiter finanziert zu bekommen, andererseits messern sie diese Vollidioten aber gerne ab. Das wird erst in einigen Jahren passieren. Aus sicherer Ferne ist das Leben viel spannender als jede Staffel Dschungelcamp.

Siehe auch:

„Ehe für alle“ – oder Exitus für die Gesellschaft?

Italien wird keine NGO-Schiffe zurückweisen

Soeren Kern: Deutschland: Polizei machtlos gegen Verbrecherbanden aus dem Nahen Osten

Gab.ai: Ein neues soziales Netzwerk für die Rechten?

Die Ehe für alle: Rosa Faschismus im Aufwind

Der letzte Akt – Offener Brief des Brigadegenerals a.D. Reinhard Uhle-Wettler an die Regierung

5 Antworten to “Akif Pirincci: Titus der Menschenretter – Wenn Gutmenschen meinen, die Welt retten sie müssen”

  1. EvilFriedrich 7. Juli 2017 um 23:07 #

    Titus Negerimporteur sollte sich lieber um ein Praktikum z bsp im Senorierenheim bemühen, oder Noro Virus verseuchte Hepatistiskranke auf der Gastroenterologie pflegen.Es wird ihm so oder so nützen.Mit dem „helfenden“ Allah-Männer- Kriegerimport aus den Allah-Ländern steht ihm eine grosse Karriere bei den Demokraten Parteien bevor.

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    • nixgut 8. Juli 2017 um 09:56 #

      Friedrich, sei doch nicht so böse. Auch Titus wird eines Tages aufwachen. Aber wie kann man jahrelang so blind durchs Leben laufen? Die merken nicht einmal wie man ihnen ins Gehirn…. Und das ist das eigentlich Schlimme. Sie meinen, sie seien die Guten, in Wirklichkeit sind sie nur die Dummen. Ich habe da noch eine Geschichte von einer Soziologin, die auch ihre Meinung änderte. Ich stelle sie gleich rein. Aber hier schon einmal der Link:

      Urlaub neben der Erstaufnahmestelle:

      http://www.achgut.com/artikel/mein_urlaub_neben_der_erstaufnahmestelle

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  2. Nestrelle 5. Juli 2017 um 08:44 #

    Der beitrag mit titus ist einfach nur der knaller!! Ich hatte die sendung auch gesehen und mich nur aufgeregt. Dank des beitrags konnte ich aber endlich mal wieder lachen trotz des ernsten themas!!! Einfach super!!

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    • nixgut 5. Juli 2017 um 09:45 #

      Das mit dem Aufregen kenne ich. Das passiert mir auch jedes mal, wenn ich die Tagesschau ansehe.

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  3. Berg 3. Juli 2017 um 17:34 #

    Heraklit von Ephesos wußte es schon:
    „Vielwisserei lehrt nicht, Vernunft zu haben.“

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