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Prof. Soeren Kern: Deutschlands Migrantenkrise: Januar 2016

20 Feb

Englischer Originaltext: Germany’s Migrant Crisis: January 2016

Übersetzung: H. Eiteneier

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Im Januar gab es in Deutschland Tausende Fälle sexueller Übergriffe von Migranten gegen Frauen, darunter viele, die in öffentlichen Schwimmbädern stattfanden. Die Regierung sah sich mit zunehmenden Gegenreaktionen zur Politik der offenen Tür für Migranten konfrontiert, darunter öffentlichen Protesten (links). In einigen Gegenden haben die Behörden Zeichnungen verteilt, die Migranten "beibringen" sollen, dass sexuelle Übergriffe nicht akzeptabel sind (rechts).

  • Trotz Schnee, Eis und Frosttemperaturen in ganz Europa kamen während des Monats Januar insgesamt 91.671 Migranten nach Deutschland.

  • Die deutschen Steuerzahler könnten letzten Endes 450 Milliarden Euro für den Unterhalt der Millionen Migranten bezahlen zu müssen, die 2015 in Deutschland ankamen. Diese Schätzung würde sich voraussichtlich auf fast eine Billion Euros fast verdoppeln, wenn 2016 eine weitere Million Migranten in Deutschland ankommt.

  • Ein 19-jähriger Migrant aus Afghanistan vergriff sich in einem Schwimmbad in Dresden an vier Mädchen im Alter von 11 bis 13 Jahren. Der Migrant wurde festgenommen, aber dann freigelassen.

  • BILD berichtete, dass Politiker in Kiel der Polizei befohlen hatten von Migranten begangene Verbrechen zu übersehen.

  • Die Themen, über die berichtet wird, werden von der Regierung vorgegeben… Wir müssen so berichten, dass es Europa [der Europäischen Union] und dem Gemeinwohl dient… Heute darf man nichts Negatives über die Flüchtlinge sagen. Das ist Regierungsjournalismus. — Wolfgang Herles, pensionierte Medienpersönlichkeit.

  • Die Europäische Kommission fordert "die bedingungslose Ablehnung falscher Zuordnungen zwischen bestimmten kriminellen Straftaten wie den Angriffen auf Frauen in Köln an Silvester und der Massenzuwanderung von Flüchtlingen."

Im Januar 2016 schien die deutsche Öffentlichkeit endlich gegenüber den Folgen der Entscheidung ihrer Regierung aufzuwachen, im Jahr 2015 1,1 Millionen – zumeist männliche – Migranten aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten die Einreise zu erlauben.

Nachdem an Silvester mehr als eintausend muslimische Migranten sexuelle Übergriffe gegen Hunderte Frauen in Städten überall in Deutschland verübten, begann Bundeskanzlerin Angela Merkel sich wachsender Gegenreaktionen auf ihre Migrationspolitik der offenen Tür ausgesetzt zu sehen.

Merkels Regierung hat folgendermaßen auf die Kritik reagiert: 1) wurde versucht die Kritiker der Migrationspolitik der offenen Tür zum Schweigen zu bringen; 2) wurde versucht das Migrantenproblem in andere Länder der Europäischen Union zu "exportieren" [Schäuble forderte europaweite Benzinabgabe]; und 3) wurde eine Reihe von Maßnahmen angekündigt – die Kritiker als unrealistisch brandmarkten – um die Migranten, denen Verbrechen in Deutschland vorgeworfen werden, abzuschieben.

Was Merkel jedoch felsenfest zu tun abgelehnt hat, ist die Verringerung der ins Land kommenden Zahl der Migranten. Trotz Schnee, Eis und Frosttemperaturen in ganz Europa kamen während des Monats Januar insgesamt 91.671 Migranten nach Deutschland – durchschnittlich 3.000 am Tag.

Das Folgende ist ein Überblick über einige der auffallendsten Geschichten zur Migrantenkrise in Deutschland im Januar 2016.

1. Januar: Mehr als Eintausend Migranten begingen in den Städten Köln, Hamburg und Stuttgart sexuelle Übergriffe auf Hunderte deutsche Frauen. Der Regierung und den Mainstream-Medien wurde vorgeworfen, sie versuchten die Verbrechen zu vertuschen, offenbar um das Schüren von Antiimmigranten-Gesinnungen zu vermeiden.

1. Januar: Während muslimische Migranten auf deutschen Straßen ein Chaos verursachen, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann aus Baden-Württemberg, er könne die öffentlichen Sorgen wegen der "angeblichen Islamisierung" Deutschlands nicht verstehen. In einem Interview mit DIE WELT sagte er: "Wenn man sich die Fakten anschaut, ist Angst vor Islamisierung unbegründet. Wir haben eine stabile Demokratie und eine freie Gesellschaft. Staat und Religion sind getrennt. Wie sollten Muslime, die eine Minderheit darstellen, unsere Gesellschaft islamisieren?" Gefragt, warum die Deutschen Angst haben, antwortete Kretschmann: "Vor dem Fremden, das man nicht kennt, hat man eben Angst."

1. Januar: Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzte, dass 2016 und 2017 jährlich 1,3 Millionen Asylsuchende in die Europäische Union kommen werden.

2. Januar: Ein Kampf zwischen Kindern, die teilweise nicht älter als 11 Jahre waren, verwandelte sich in einer Unterkunft in Stockach bei Konstanz in eine Massenschlägerei, als Eltern der Kinder sich den Kämpfen anschlossen. Die Polizei wurde eingesetzt, um die Ordnung wieder herzustellen. Sieben Personen wurden verletzt.

3. Januar: Ein 16 Jahre alter marokkanischer Migrant randalierte, nachdem ein Richter in Bremen anordnete, dass er wegen ausgeführten Diebstahls des Laptops eines Mannes, dem er mit einem Messer drohte, ins Gefängnis kommen solle. Auf dem Weg vom Gerichtsgebäude zum Gefängnis verletzte der Marokkaner einen Polizisten schwer, indem er ihm ins Gesicht trat. In der Zelle angekommen riss der Migrant eine Toilette aus dem Boden und zerschlug sie an einer Wand.

Der Vorsitzende der Bremer Polizeigewerkschaft, Jochen Kopelke, sagte, Migranten griffen die Polizei der Stadt immer häufiger an: "Der Ton ist extrem rau geworden, teilweise müssen die Polizisten massiven Körpereinsatz anwenden, um eine Situation in den Griff zu bekommen." Nach Angaben des Bremers Senators Ulrich Mäurer, zeigen "die Gewaltexzesse gegen einschreitende Polizeibedienstete, dass diese Personen keinerlei Respekt vor unserer staatlichen Ordnung und den diese repräsentierenden Personen haben."

3. Januar: Mehr als 50 Migranten waren an einer Massenschlägerei in einer Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen bei Stuttgart beteiligt. Die Polizei sagte, Migranten griffen einander mit Feuerlöschern, Metallrohren, Felsbrocken und Steinen an. Nach Angaben örtlicher Medien sind Massenschlägereien in Migrantenunterkünften in der Gegend alltäglich geworden.

3. Januar: Hans-Werner Sinn, einer der bekanntesten Ökonomen in Deutschland, zitierte Schätzungen, dass die deutschen Steuerzahler letzten Endes 450 Milliarden Euro für den Unterhalt der Millionen Migranten bezahlen müssen, die 2015 in Deutschland ankamen. Diese Schätzung würde sich voraussichtlich auf fast eine Billion Euros fast verdoppeln, wenn 2016 eine weitere Million Migranten in Deutschland ankommt.

4. Januar: Ein von einem ranghohen Bundespolizisten geschriebener interner Bericht offenbarte das "unbeschreibliche" Chaos an Silvester in Köln. Der Bericht wurde dem Magazin DER SPIEGEL zugespielt und von der Zeitung BILD im Ganzen veröffentlicht; darin heißt es, Frauen seien gezwungen worden einen "Spießrutenlauf" durch betrunkene Männer mit "Migrationshintergrund" zu vollführen, wenn sie den Hauptbahnhof betreten oder verlassen wollten. "Selbst das Erscheinen von Polizeikräften und getroffene Maßnahmen hielten die Massen nicht von ihrem Tun ab." Ein Migrant sagte einem Polizisten: "Ich bin Syrer, ihr müsst mich freundlich behandeln! Frau Merkel hat mich eingeladen."

5. Januar: Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte: "Es gibt keinen Hinweis, dass es sich hier [bei den sexuellen Übergriffen] um Menschen handelt, die hier in Köln Unterkunft als Flüchtlinge bezogen haben." Der Kölner Polizeidirektor Wolfgang Albers sagte: "Wir haben derzeit keine Erkenntnisse über Täter."

6. Januar: Der ehemalige Minister Hans-Peter Friedrich sagte, es sei "ein Skandal, dass es Tage gedauert hat, bis die öffentlichen Medien die Berichte (zu den sexuellen Übergriffen in Köln) aufgegriffen" haben. Er sagte, die öffentlich-rechtlichen Medien seien ein "Schweigekartell", das Zensur ausübe, um Migranten vor Verbrechensvorwürfen zu schützen.

7. Januar: Eine Wohlfahrtsorganisation namens "Refugees Welcome Bonn", die dort als Willkommensparty eine Kreuzfahrt für Migranten auf dem Rhein organisierte, entschuldigte sich, als herauskam, dass Migranten während der Fahrt einige weibliche Gäste begrapschten und sexuell belästigten.

8 Januar: Das Innenministerium legte offen, dass 22 der 32 identifizierten Verdächtigen der Kölner Übergriffe Asylsuchende waren. Kölns Polizeidirektor Wolfgang Albers wurde entlassen, weil er der Öffentlichkeit Informationen über die Übergriffe vorenthalten hatte.

9. Januar: In Düsseldorf begann eine Bürgerwehr auf den Straßen zu patrouillieren, "um die Stadt für unsere Frauen sicherer zu machen". Ähnliche Gruppen tauchten in Köln und Stuttgart auf.

10. Januar: Drei Teenager-Migranten aus Nordafrika versuchten in Dortmund zwei Transsexuelle zu Tode zu steinigen, nachdem diese in Frauenkleidern gesichtet wurden. Die Opfer wurden von der Polizei gerettet, die zufällig in einem Auto vorbei kam. Eines der Opfer sagte: "Das hätte ich nicht für möglich gehalten, dass mir so etwas mal in Deutschland passiert."

11. Januar: Ein 35-jähriger Migrant aus Pakistan missbrauchte in einer Flüchtlingsunterkunft in Kamen ein drei Jahre altes Mädchen sexuell.

12. Januar: In einem Interview mit der BILD verursachte Frank Oesterhelweg, ein Landespolitiker der Christdemokraten (CDU), einen Skandal, als er sagte, die Polizei solle zur Verhinderung der Vergewaltigung deutscher Frauen durch Migranten tödliche Gewalt einsetzen dürfen:

"Diese Verbrecher haben keine Toleranz verdient, sie müssen von der Polizei gestoppt werden – notfalls mit Gewalt und, ja, Sie lesen richtig, auch mit Schusswaffen. Ein bewaffneter Polizist hat die Pflicht, einer verzweifelten Frau zu helfen. Man muss sich notfalls mit Gewalt den Weg zu den Opfern bahnen – mit Knüppeln, Wasserwerfern oder Waffen."

Dietmar Schilff, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, war empört: "Diese Aussagen sind skandalös und helfen der Polizei nicht im Geringsten. Was wäre denn gewesen, wenn die Polizisten in Köln mit Knüppeln und Waffen vorgegangen wären?" Nach Angaben von BILD haben viele Polizisten Angst zur Pistole zu greifen; der Grund sind "dienstrechtliche Konsequenzen".

12. Januar: Eine Meinungsumfrage von YouGov zeigte, dass 62% der Deutschen glauben, die Zahl der Asylsuchenden sei zu hoch; im November betrug der Anteil noch 53%. Laut der Umfrage wird der zunehmende Widerstand gegen die Zuwanderung von den sich verhärtenden Einstellungen deutscher Frauen angetrieben.

13. Januar: Ein der BILD zugespielter Bericht des Innenministeriums warnte, dass jihadistische Angriffe wie die in Paris "jederzeit" in Deutschland stattfinden könnten. In dem Bericht hieß es, dass wahrscheinlich "über mehrere Tage zeitversetzte Anschläge gegen verschiedene Zielkategorien" stattfinden werden.

13. Januar: Ein 20-jähriger Migrant aus Somalia wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, weil er in Herford eine 88 Jahr alte Frau vergewaltigte. Seine Verteidiger plädierten auf Milde, weil der Mann -wie sie sagten – durch seine Flucht aus Somalia traumatisiert sei. In Gelsenkirchen griffen vier Migranten einen 45 Jahre alten Mann an, nachdem dieser versuchte sie von der Vergewaltigung eines 13-jährigen Mädchens abzuhalten.

14. Januar: Der Bundestag verabschiedete einen Plan, alle Flüchtlinge mit Ausweisen auszustatten, die Informationen wie Fingerabdrücke und Herkunftsländer enthalten. Der Ausweis wird mit einer zentralen Ausländer-Datenbank verbunden sein. Der Plan könnte zu spät kommen. Die deutsche Regierung weiß nichts über den Verbleib von Hunderttausenden Migranten, die 2015 ins Land kamen.

14. Januar: Die Staatsanwaltschaft in Köln sagte, sie bietet eine Belohnung von 10.000 Euro für Informationen, die zur Festnahme oder Identifizierung derer führen, die die sexuellen Übergriffe und Raubüberfälle an Silvester begingen.

14. Januar: Ein Politiker aus Bayern schickte einen Bus mit 13 Flüchtlingen auf eine siebenstündige Reise zu Angela Merkels Kanzleramt in Berlin, um gegen ihre Politik der offenen Tür für Flüchtlinge zu protestieren. Merkel schickte die Migranten nach Bayern zurück.

14. Januar: Vertreter der Stadt Rheinberg sagten die Karnevalsfeiern dieses Jahres ab. Die örtliche Polizei sagte, in der Folge der sexuellen Übergriffe in Köln an Silvester sei sie nicht in der Lage die Sicherheit der weiblichen Feiernden zu gewährleisten.

15. Januar: Ein 36-jähriger Migrant verging sich in einem öffentlichen Park in Hilden bei Solingen an einem achtjährigen Mädchen. Ein 31-jähriger Migrant aus Tunesien wurde wegen versuchter Vergewaltigung einer 30-jährigen Frau in Chemnitz festgenommen. Ein 31-jähriger Migrant aus Marokko stand wegen Vergewaltigung einer 31 Jahre alten Frau in Dresden vor Gericht. Ein Migrant verging sich in Mainz an einer 42 Jahre alten Frau. Ein Migrant verging sich in Münchfeld an einer 32-jährigen Frau. Ein afrikanischer Migrant verging sich in Mannheim an einer 55 Jahre alten Frau.

15. Januar: Männlichen Migranten wurde der Zugang zum öffentlichen Schimmbad in Bornheim bei Bonn verboten, nachdem sie beschuldigt wurden Stammkundinnen des Bades angefallen zu haben.

15. Januar: Finanzminister Wolfgang Schäuble ließ in einem Interview mit der Süddeutsche Zeitung seine Entschlossenheit erkenenn Deutschlands Migrantenproblem zu exportieren, indem er die Einführung einer europaweiten Benzinabgabe forderte, die helfen soll die Kosten er Bewirtung von Millionen Migranten zu bezahlen. Er sagte:

"Ich habe gesagt, wenn die Mittel in den nationalen Haushalten und dem europäischen Haushalt nicht ausreichen, dann lass uns zum Beispiel vereinbaren, dass wir eine Abgabe auf jeden Liter Benzin in einer bestimmten Höhe erheben. Wenn irgendeiner nicht bereit ist, was zu bezahlen, bin ich trotzdem bereit, es zu tun. Dann bilden wir eine Koalition der Willigen."

16. Januar: Norbert Röttgen, der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses des Deutschen Bundestags und Abgeordneter von Angela Merkels Christlich-Demokratischer Union (CDU), forderte die Einrichtung eines Bundesministerium für Migration, Integration und Flüchtlinge. Er sagte, die Migrantenkrise habe sich zu einer "staatlichen Grund- und Daueraufgabe" entwickelt und ist "von entscheidender Bedeutung für die Zukunft unseres Landes und Europas".

16. Januar: Ein 19-jähriger Migrant aus Afghanistan vergriff sich in einem Schwimmbad in Dresden an vier Mädchen im Alter von 11 bis 13 Jahren. Der Migrant wurde festgenommen, aber dann freigelassen. Ein Migrant aus Syrien vergriff sich in Mudersbach an einem 12 Jahre alten Mädchen. Ein 36-jähriger Migrant vergriff sich in Mettmann an einem 8 Jahre alten Mädchen.

16. Januar: Eine Gruppe von sechs bis acht afrikanischen Migranten lauerte drei Personen auf, die in Offenburg eine Diskothek verließen. Die Migranten wurden aus der Diskothek geworfen, nachdem weibliche Gäste sich beschwerten, dass die Männer sie sexuell belästigten. Als die Frauen gegen 4 Uhr morgens das Lokal verließen, griffen die Migranten sie mit Metallstangen, Straßenschildern und Mülltonnen an.

17. Januar: In einem Interview mit BILD am Sonntag sagte der Präsident der Bundespolizei, Holger Münch, die Zahl der Verbrechen in Flüchtlingsunterkünften habe seit 2015, als der Zustrom von Migranten begann, "beträchtlich" zugenommen. Er sagte, die dafür am meisten verantwortlichen Migranten seien aus dem Balkan und Nordafrika, besonders Algerier, Tunesier und Marokkaner. Er fügte hinzu, dass die Hälfte der Vergehen in Flüchtlingsunterkünften physische Übergriffe seien, es aber auch eine zunehmende Zahl von Morden und Sexualdelikten gibt.

17. Januar: In einem Interview mit der Süddeutsche Zeitung warnte der ehemalige bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber, dass Kanzlerin Angela Merkel "Europa kaputt macht", wenn sie es ablehnt die Zahl der nach Deutschland kommenden Migranten zu reduzieren.

17. Januar: Der Berliner Pfarrer Gottfried Martens beschuldigte deutsche Politiker und Kirchenleiter die Verfolgung von Christen durch Muslime in deutschen Flüchtlingsunterkünften zu ignorieren. Er sagte, die Christen erfahren "massiv verbale Bedrohungen und Bedrohungen mit dem Messer, Schläge ins Gesicht, abgerissene Taufkreuze, zerrissene Bibeln, Beschimpfungen als ,Kouffar‘ – also als Ungläubiger – oder die Verweigerung des Zutritts zur Küche als ,Unreiner’".

18. Januar: Ein 26-jähriger Algerier war der erste, der im Zusammenhang mit einer Serie sexueller Übergriffe während der Silvesterfeiern in Köln verhaftet wurde. Er wurde in einer Flüchtlingsunterkunft im nahe gelegenen Kerpen festgenommen. Kölns Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer sagte, fast 500 Frauen hätten sich mit Angaben zu sexuellen Übergriffen gemeldet, darunter drei Fälle von Vergewaltigung.

18. Januar: Ein 24-jähriger Migrant aus dem Sudan wurde freigelassen, nachdem er zur Befragung auf einer Polizeiwache in Hannover festgehalten wurde. Auf der Wache ließ der Mann, der 304 Euro Sozialhilfe im Monat bekommt, seine Hosen herunter, entblößte sich auch vor Müttern und Kindern und rief: "Wer seid ihr eigentlich? Ihr könnt mir nichts. Was ich nicht vom Staat bekomme, klaue ich mir!"

19. Januar: In einer Rede vor dem Europaparlament in Strasbourg warnte EU-Ratspräsident Donald Tusk, dass der Europäischen Union "nicht mehr als zwei Monate" blieben, um die Migrantenkrise in den Griff zu bekommen oder sich dem Auseinanderbrechen des Schengen-Systems gegenüber sieht.

19. Januar: Eine von der BILD veröffentlichte Meinungsumfrage zeigte, dass die Unterstützung für Kanzlerin Angela Merkels konservativer Block um 2,5 Prozentpunkte gefallen ist und jetzt bei 32,5% steht, dem niedrigsten Ergebnis sei den Wahlen von 2013. Die Umfrage zeigte, dass die Unterstützung für die Antiimmigrationspartei Alternative für Deutschland (AfD) um einen Prozentpunkt auf 12,5% stieg; die für die Sozialdemokraten stieg um 1 Prozentpunkt auf 22,5%.

19. Januar: Ein 28-jähriger Migrant aus dem Iran stieß in Berlin eine 20 Jahre alte Frau auf die Gleise eines einfahrenden Zuges. Sie verstarb später.

20. Januar: BILD berichtete, dass Migranten in die Frauen-Umkleiden und -Duschen zweier Schwimmbäder in Leipzig eindrangen. Außerdem sprangen voll angezogen oder auch in Unterwäsche in die Becken. Nach Angaben von BILD hatte das Rathaus versucht die Vorfälle unter der Decke zu halten, aber Einzelheiten wurden den Medien zugespielt.

21. Januar: Mehr als 200 Migranten haben die deutsche Regierung wegen Verzögerungen bei der Abwicklung ihrer Asylanträge verklagt.

22. Januar: Angesichts von politischem Druck wegen der Migrantenkrise traf sich Kanzlerin Angela Merkel in Berlin mit dem türkischen Premierminister Ahmet Davutoğlu, um darüber zu diskutieren, wie man den Fluss syrischer und anderer Flüchtlinge von den türkischen Küsten eindämmen kann. Sie erneuerte die Zusage die Türkei finanziell zu unterstützen. Im November 2015 sicherten führende EU-Vertreter Ankara 3 Milliarden Euro als Hilfe für geschätzte 2,5 Millionen syrische Flüchtlinge in der Türkei zu; der Deal hat sich wegen eines Disputs unter EU-Mitgliedsstaaten darüber verzögert, wer das bezahlen soll.

22. Januar: BILD wurde ein Bericht der Stadtverwaltung von Zwickau zugespielt, der aufdeckte, dass Migranten in öffentlichen Schwimmbädern "ihren Darminhalt ins Becken entleerten". Sicherheitskameras filmten, wie Migranten Frauen in der Sauna belästigten und versuchten die Frauenumkleide zu stürmen.

22. Januar: Die Polizei in Hannover ermittelte gegen vier Nachtclub-Türsteher, die einen 18-jährigen Algerier geschlagen haben sollen, nachdem der versuchte die Portmonees zweier Teenager-Mädchen zu stehlen. Zwei Tage vor dem Vorfall war der Migrant wegen Raub zu einem Jahr Jugendhaft verurteilt worden, befand sich aber auf freiem Fuß, bis er seine Strafe antreten sollte.

22. Januar: Ein Migrant belästigte in Stuttgart-Feuerbach ein 16-jähriges Mädchen sexuell und onanierte vor ihr. In der Stuttgarter Innenstadt belästigten vier Migranten eine 23-jährige Frau sexuell und beraubten sie.

23. Januar: Die Süddeutsche Zeitung berichtete, dass Migranten an Silvester in 12 der 16 Bundesländer sexuelle Übergriffe gegen Frauen begangen hatten. Neben den Übergriffen in Köln wurde von 195 Frauen in Hamburg, 31 in Hessen, 27 in Bayern, 25 in Baden-Württemberg, 11 in Bremen und sechs in Berlin Anzeige gestellt.

23. Januar: Zwei Migranten griffen in Wiesbaden eine 18-jährige sexuell an; ein 35-jähriger Migrant belästigte in Düsseldorf eine Frau in der Toilette eines Zugs sexuell.

23. Januar: Die Stuttgarter Nachrichten berichteten, dass die Kosten für die Zahnbehandlungen von Migranten die deutschen Steuerzahler Milliarden Euros kosten könnten.

24. Januar: Ein offizieller Polizeibericht, der der Huffington Post zugespielt wurde, zeigte, dass Innenminister Thomas de Maizière nicht ehrlich war, als er sagte, täglich würde zwischen 100 und 200 Migranten die Einreise nach Deutschland verweigert. Der Bericht erklärte, dass der Grenzschutz seit dem 14. September 7.185 Migranten von der Einreise des Landes abhielt – also jeden Tag nur etwa 60 Migranten zurückschickte.

25. Januar: Ein 30-jähriger Migrant aus Nordafrika entblößte sich in Marburg erst in einem Linienbus vor einer 19 Jahre alten Frau und dann vor Passanten am Hauptbahnhof.

26. Januar: In einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Radiosender Deutschlandfunk gab der pensionierte Medienschaffende Wolfgang Herles zu, dass die öffentlich-rechtlichen Sender "Anweisungen von oben" erhalten, wenn es um Nachrichten-Berichterstattung geht:

"Wir haben das Problem, dass wir eine Regierungsnähe haben… Die Themen, über die berichtet wird, werden von der Regierung vorgegeben. Es gibt aber viele Themen, die wären wichtiger als das, was die Regierung, die natürlich auch ablenken will von dem, was nicht passiert, weil das, was nicht passiert oft wichtiger ist als das, was passiert. …

Es gibt tatsächlich Anweisungen von oben. Auch im ZDF sagt der Chefredakteur: Freunde, wir müssen so berichten, dass es Europa [der Europäischen Union] und dem Gemeinwohl dient. Und da braucht er in Klammern gar nicht mehr dazu sagen: wie es der Frau Merkel gefällt. … Heute darf man nichts Negatives über die Flüchtlinge sagen. Das ist Regierungsjournalismus und das führt dazu, dass Leute das Vertrauen in uns verlieren. Das ist der Skandal.

Zuvor sagte Claudia Zimmermann, eine Reporterin des öffentlich-rechtlichen Senders WDR, dass öffentliche Medienorgane in Deutschland "gemahnt worden sind Nachrichten aus einer Pro-Regierungsperspektive zu berichten".

26. Januar: An einen 24-jährigen Mann, der in Hamburg-Eißendorf am Abend mit seiner 3 Monate alten Tochter spazieren ging, traten zwei Migranten heran, die seine Geldbörse und sein Handy forderten. Als er sagte, er habe keine Wertgegenstände dabei, griffen ihn die Migranten mit einem Messer an. Er rannte um sein Leben auf den zugefrorenen Teich und brach durch das Eis. Ein Passant hörte ihn um Hilfe rufen. Das Baby, das längere Zeit unter Wasser war, wurde von Sanitätern wiederbelebt, die gerufen worden waren. Das Baby befindet sich noch auf der Intensivstation; die Migranten sind flüchtig. [Später ist das Baby gestorben.]

26. Januar: Ein 28-jähriger Migrant aus Algerien beantragte in Wesel Asyl. Die Behörden schöpften wegen seiner Deutschkenntnisse Verdacht.. Später stellten sie fest, dass er im November 2014 in Deutschland angekommen war, statt, wie er behauptete, im Oktober 2015. Es stellte sich heraus, dass gegen ihn Haftbefehle wegen Diebstahl vorlagen, er der Polizei aber unter Nutzung von sechs unterschiedlichen Identitäten entging.

26. Januar: Die Kieler Nachrichten berichteten, dass Frauen in der Stadt Kiel im Norden wegen der Verbreitung sexueller Übergriffe durch Migranten Angst haben nachts aus dem Haus zu gehen, weil es in der Stadt zu dunkel ist. In dem Bemühen Strom zu sparen, entschieden Verwaltungsbeamte alle Straßenlaternen der Stadt auf LED-Birnen umzustellen, die aber nicht genügend Licht bieten, um die Straßen nachts erleuchtet zu halten.

26. Januar: Der Bürgermeister von Freiburg, Dieter Salomon, befahl der Polizei eine harte Linie gegenüber Migranten zu fahren, denen vorgeworfen wird Geldbörsen an sich gerissen und Frauen in den Diskotheken der Stadt angegriffen zu haben. Nach Angaben von Clubbesitzern haben Migranten Frauen auf der Tanzfläche ausgeraubt und sie in den Toiletten vergewaltigt. Viele der Täter sind angeblich minderjährige Migranten aus Nordafrika. Clubbesitzer sagten, die Migranten hätten keine Angst vor den Behörden: "Sie wissen, dass ihnen hier nichts zustoßen wird."

27. Januar: Ein 39-jähriger Migrant aus Afghanistan versuchte bei Simbach, einer Stadt an der Grenze zu Österreich, nach Deutschland zu gelangen. Ein Hintergrundcheck stellte fest, dass ein deutsches Gericht den Mann im Mai 2000 wegen Vergewaltigung zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe verurteilt hatte. Er war dann 2006 mit der Anweisung nach Afghanistan abgeschoben worden niemals wiederzukommen.

27. Januar: Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender Mitteldeutscher Rundfunk berichtete, dass deutsche Taxifahrer von der Migrantenkrise profitieren, indem sie Migranten zu Arztterminen und Asylterminen fahren. Die Taxikosten werden vom deutschen Steuerzahler bezahlt. Der MDR berichtete über eine Taxifirma in Leipzig, die der Regierung 800 Flüchtlingsfahrten in Rechnung stellte. Zum Beispiel fuhr einer der Taxifahrer eine Migrantenfamilie zu einem Behördentermin im 80km entfernten Leipzig. Das Taxameter lief weiter, während der Fahrer darauf wartete, dass die Migranten von ihrem Treffen zurückkamen. Die Fahrt kostete 308,90 Euro.

28. Januar: BILD berichtete, dass Politiker in Kiel der Polizei befohlen hatten von Migranten begangene Verbrechen zu übersehen. Nach Angaben der Zeitung ist auch die Polizei in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen angewiesen worden kriminellen Migranten gegenüber nachsichtig zu sein.

28. Januar: Ein Migrant aus dem Sudan in Hannover hat eine Polizistin begrabscht, während sie versuchte ihn wegen Diebstahls festzunehmen. Staatsanwalt Thomas Klinge bestätigte den Vorfall. "Ein so dreistes Auftreten gegenüber einer Polizistin ist bisher einmalig!", sagte er.

18. Januar: Der Berliner Flughafen Tempelhof, Kultort der Berliner Luftbrücke von 1948/49, soll zum größten Flüchtlingslager Deutschlands werden. In einem umstrittenen Schritt zur Änderung der Bauordnungsbestimmungen stimmte Berlins – von einer Koalition aus Christlich-Demokratischer Union und Sozialdemokratischer Partei gebildete – Stadtregierung dafür, fünf massive Gebäude zu errichten, in denen 7.000 Migranten unterbracht werden sollen. Oppositionspolitiker sagten, die Regierung schaffe eine "Ghettoisierung von Flüchtlingen" mitten in Berlin.

28. Januar: Die Europäische Kommission, der machtvolle administrative Arm der Europäischen Union, sagte, dass die sexuellen Übergriffe in Köln nichts mit der Migrantenkrise zu tun hätten und schlicht ein Problem der öffentlichen Ordnung seien. Ein dem Telegraph zugespieltes vertrauliches Memo betonte die Bedeutung der "fortgesetzten Rolle der Kommission dabei, die Stimme der Vernunft zu erheben, um Spannungen zu entschärfen und populistische Rhetorik zu kontern". Die Kommission forderte "die bedingungslose Ablehnung falscher Zuordnungen zwischen bestimmten kriminellen Taten wie den Angriffen auf Frauen in Köln an Silvester und der Massenzuwanderung von Flüchtlingen".

29. Januar: Eine berufsbildende Schule in Hamburg-Wilhelmsburg strich Pläne für Flüchtlingsklassen, nachdem männliche Migranten Dutzende Schülerinnen in der Schule sexuell belästigten.

29. Januar: Das Nachrichtenmagazin Focus veröffentlichte die Ergebnisse einer Meinungsumfrage, die zeigt, dass 40% der Deutschen wegen ihrer Migrantenpolitik Kanzlerin Merkels Rücktritt wollen.

30. Januar: Eine Bande Migranten wurde in einer Münchner U-Bahn gefilmt, wie sie zwei alte Männer angriffen, die versuchten sie vom Begrabschen einer Frau abzuhalten. Bilder zeigen, wie die Migranten zwei Männer an Armen und Hals packen und sie lautstark beschimpfen. Später kam heraus, dass die Migranten aus Afghanistan stammen; obwohl ihnen vor vier Jahren Asyl in Deutschland verweigert wurde, hatte die deutsche Regierung es abgelehnt sie abzuschieben, weil Afghanistan "zu gefährlich" ist.

31. Januar: Der Innenminister von Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht von den Christdemokraten, verkündete, er werde die Veröffentlichung der Kriminalstatistik für 2015 bis zum 29. März aufschieben, zweieinhalb Wochen nach den Landtagswahlen. Die Statistiken werden normalerweise im Februar oder Anfang März veröffentlicht. Rüdiger Erben von den Sozialdemokraten sagte: "Das späte Veröffentlichungsdatum verstärkt meinen Verdacht, dass die Statistiken erschreckend sind."

31. Januar: ISIS-Sympathisanten verunstalteten mehr als 40 Grabsteine auf einem Friedhof in Konstanz mit Sprüchen wie "Deutsche raus aus Syrien", "Christ tot" und "IS" (Islamischer Staat).

31. Januar: Ein 30-jähriger Deutscher, der ursprünglich aus Turkmenistan stammt, missbrauchte in Kiel ein siebenjähriges Mädchen Der Mann entführte das Mädchen gegen 11 Uhr von einem Schulhof, nahm es mit in seine Wohnung und ließ es nach dem Missbrauch frei. Später kam heraus, dass dem Mann – Vater zweier Kinder – vorgeworfen worden ist am 18. Januar in einem Kindergarten in Kiel ein fünfjähriges Mädchen sexuell belästigt zu haben, aber die Staatsanwaltschaft setzten die Verfolgung des Falls wegen Mangels an Beweisen aus. "Im Nachhinein bedauern wir diese Entscheidung", sagte die Staatsanwaltschaft.

31. Januar: In einem hinterhältigen Versuch Kritiker der Migrationspolitik der offenen Tür der Regierung zum Schweigen zu bringen, forderte Vizekanzler Sigmar Gabriel die deutschen Geheimdienste auf die Alternative für Deutschland (AfD) zu überwachen, die zur Zeit in Deutschland die drittstärkste Partei ist. Die Popularität der AfD nimmt wegen ihres Antizuwanderungsprogramms stark zu.

Soeren Kern ist ein Senior Fellow des New Yorker Gatestone Institute und Senior Fellow für Europäische Politik der in Madrid ansässigen Grupo de Estudios Estratégicos / Gruppe Strategische Studien. Besuchen Sie ihn auf Facebook und folgen ihm auf Twitter. Im Lauf des Jahres 2016 wird sein erstes Buch erscheinen: Global Fire.

Quelle: Deutschlands Migrantenkrise: Januar 2016

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20 Feb

Von JLH – Der Autor ist emeritierter amerikanischer Professor.

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Jahrelang studierte und unterrichtete ich deutsche Sprache, deutsche Literatur, deutsche Kultur, besuchte gelegentlich Deutschland, Österreich, die Schweiz. Und als ich las und schrieb und vor Klassen stand, dämmerte mir allmählich, daß ich nur einer von sehr vielen sei, die eine tiefe, reiche Überlieferung von Literatur, Kunst, Philosophie, Musik, Naturwissenschaften, Handel, Industrie und so viel mehr schürten und weiterreichten.

Ich glaubte, ich hätte nicht nur einen edlen Beruf gefunden, ich nähme auch an einem wichtigen Schicksal teil. Ich erklärte für jüngere Generationen einen unentbehrlichen Bestandteil der Vergangenheit, der Gegenwart und vor allem der Zukunft des Abendlandes. Ich glaubte, Jahrhunderte in die Zukunft sehen zu können, wo Beethoven, Kant, Goethe, Dürer, Röntgen als helle Sonnen einer gedeihenden Kultur noch glänzen würden.

Während meiner Tätigkeit als Lehrer war im Büro nebenan ein Lehrer der klassischen Sprachen und Literaturen. Er war ebenso begeistert von seinem Fach wie ich von meinem. Jeden Tag hauchte er seinen Studenten und Studentinnen ein lebendes Herz in die Philosophien, Mythen, Gedichte, Reden, Epen, Satiren, Dramen und Komödien dieser “toten” Zivilisationen ein. Er verfügte über beinahe unfassbare Reichtümer, die nicht verloren gehen dürften. Schließlich sind doch diese Reste der Antike – neben den jüdisch-christlichen Traditionen und ihrer Aufklärung – der Unterbau, auf denen unsere westliche Zivilisation ruhen.

Uns anderen Sprachlehrern gegenüber hatte mein Kollege einen gewissen Vorteil. Sogar in seinen Grundkursen las man zwar Latein oder Altgriechisch, diskutierte aber auf Englisch, und deshalb fließender, schon auf einem höheren Niveau. Der Nachteil war, dass er nicht nach Rom oder Athen oder Korinth reisen konnte, um dort mit den einheimischen Menschen auf Lateinisch oder Altgriechisch zu plaudern, denn außer Büchern und der Kirche gibt es diese Sprachen nicht mehr. Und das, wie Bertolt Brecht wohl hätte sagen dürfen, hat mit dem Aufstieg und Fall der antiken Welt zu tun.

Mein Kollege hatte eine Karte der sogenannten Barbarischen Invasionen, die ich kurioserweise in meinem Mythenkurs gebrauchen konnte, um die germanischen Völkerwanderungen vorzustellen. Invasion oder Völkerwanderung? Es kommt darauf an, aus welcher Perspektive man das sieht. Wie unterscheidet man zwischen Massenbewegungen?

Nun, die “besten” der antiken Eindringlinge mochten vieles in Rom. Zumindest Macht und Luxus, aber auch andere Aspekte einer gelehrten Kultur. Manche wurden Kaiser und versuchten, das Reich zusammenzuhalten. Theodorich regierte als König in Italien. Doch der Ruhm und die Pracht verschwanden, nicht sofort, aber unaufhaltsam. Und jetzt denken wir daran, und verehren und studieren die enorme Leistung einer einmaligen Zivilisation. Es war einmal.

Was aber hier und jetzt passiert, ist nicht das Eindringen mächtiger Stämme, die auch ihre eigenen Kompetenzen mitbringen. Nicht Führer, die eine neue Heimat für ihre Völker suchen. Deutschland wird gekapert. Von einem so gut wie uneingeschränkten Anschwärmen wütender, fremder Wesen, die schneller und gründlicher eine Zivilisation überfluten und löschen können, als je zuvor die antiken Barbaren. Und bald werden wir hier draußen wohl sagen müssen: Es war einmal.

Ich kann es nicht, will es nicht glauben, dass man eines Tages etwas von Gryphius oder Grimmelshausen, Droste oder Dürrenmatt, Schiller oder Schopenhauer, Brahms oder Bach aus einer vergessenen Schublade retten wird, nur um heimlich und flüchtig Leben in die Asche einer toten Zivilisation zu blasen. Und wozu kommt das alles? Um der Eselei faselnder, selbsternannter Eliten entgegenzukommen! Nachdem sie Stolz auf Volk, Nation, Überlieferung ausgelöscht, menschliche Würde für Prestige und Geld eingetauscht haben, was bleibt?

So wie eine Freundin neulich, gebe ich die Worte Heinrich Heines wieder:

“Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht.”

Wird es noch Bibliotheken geben, Kirchen und Synagogen, Opernhäuser, Museen, oder nur rauchende Trümmer? Wird es noch Frauen geben oder nur schwarze Gespenster mit Einkaufstaschen? Wird es noch Männer geben, vielleicht auf dem Weg an die Arbeit, oder nur bärtige Gruppenvergewaltiger, die herumlungern und knurren?

Wird es noch Kinder geben, oder einfach die sexuellen Opfer von heute und die überzeugten Selbstmordbomber von morgen? Wird man noch Deutsch reden dürfen, ohne eine Sondersteuer zu zahlen? Wird überhaupt noch irgendwo eine Erinnerung davon bleiben, wie es einmal war? Frage doch die christlichen, jüdischen, jesidischen und anderen Dhimmis, die in islamischen Ländern “leben”.

Also, liebes Deutschland, mit dem größten, tiefsten Bedauern: Sei gegrüßt und lebe wohl!

Quelle: Liebes Deutschland – Ave atque vale!

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20 Feb

Provocateur
Apropos Köln hat Ellen Kositza auf einer Veranstaltung des Compact-Magazins an die amerikanische Kulturkritikerin Camille Paglia erinnert. Kositza und ich sind ausgesprochene „Fans“ von Paglia, die ansonsten in Deutschland (nicht aber in den USA) leider weitgehend vergessen ist.

Ihren Zenit hat sie freilich schon lange hinter sich: in den frühen neunziger Jahren wurde sie mit ihrem Opus magnum „Sexual Personae“ (dt.“Die Masken der Sexualität“, übrigens auch ein Lieblingsbuch David Bowies) schlagartig berühmt und zum kontroversen Dauergast in Zeitungen, Magazinen und Talk-Shows.

Paglia, die für ihre maschinengewehrartige Redegeschwindigkeit und furiose Streitlust bekannt ist, legte sich damals mit den Alpha-Weibchen des feministischen Establishments an: von Susan Sontag über Andrea Dworkin bis zu Naomi Wolf blieb niemand von ihren Angriffen verschont; bis heute wandelt sie ungebrochen auf dem Kriegspfad.

Bezeichnend ist etwa ihre Charakterisierung der feministischen Ikone Gloria Steinem:

Seit Mitte der siebziger Jahre herrschte sie wie das stalinistische Politbüro. Abweichende Stimmen wie die meinige wurden aus ihrem Magazin Ms. verbannt, das sich in die Hochglanz-Prawda der Bewegung verwandelt hatte – männerfeindlich, sexfeindlich und popkulturfeindlich.

Politisch lag sie quer zu allen Fronten: den Konservativen war sie entschieden zu libertär, den Linken, deren „rousseauistisches“ Menschenbild sie scharf kritisierte, wiederum zu „reaktionär“, vor allem aufgrund ihrer beißenden Kritik an der damals steil aufsteigenden und inzwischen weitgehend siegreichen „Political Correctness“. Der Feminismus sei, so Paglia, zu einem autoritären, bevormundenden Unternehmen verkommen, das mit repressiven Mitteln ein „hypothetisches Utopia“ durchsetzen will, „das wie durch Zauberhand frei von Anstößigkeiten und Verletzungen“ ist.

Heute wird das Fußvolk des „Feminismus“ in den USA vom Typus des „Social Justice Warriors“, des „Kämpfers für soziale Gerechtigkeit“, dominiert: pressure groups, die überall „Diskriminierungen“ und „Beleidigungen“ ethnischer, rassischer oder sexueller Natur wittern, und diese erbarmungslos ahnden, wobei sie immer neue Gruppen finden oder erfinden (etwa im Bereich der Gender-Identität), die vor „Diskriminierung“ geschützt werden müssen.

Dabei kann es inzwischen vorkommen, dass schon die kleinste Wahrnehmung einer Differenz als „Mikro-Aggression“ gewertet und eingeklagt wird. Auf diese Weise haben die „SJW“s stets etwas zu tun, denn mit dieser Methode kann man immer neue und immer subtilere, unerschöpfliche Formen von „Rassismus“ oder „Sexismus“ausfindig machen, da die Differenzen und Reibungen (wie auch Anziehungen) nicht aus der Welt verschwinden , bloß weil man sich entschlossen hat, sie mithilfe von Sprachregelungen zu verdecken. Es ist, mit anderen Worten, eine Form des typisch linksdogmatischen Kampfes gegen die Wirklichkeit.

Man muss wohl nicht dazusagen, dass der große Verlierer und Buhmann dieses Diskriminierungs-Bingos wie bei allen politikorrekten Manövern am Ende natürlich wieder der berühmte „weiße, heterosexuelle Mann“ ist, der seinerseits hemmungslos diskriminiert und diffamiert werden darf. Paglia hat sich von Anfang an gegen diese Tendenzen in der feministischen Bewegung gestellt. Ihre Version des „Feminismus“ war „differentialistischer“ oder „polarer“, nicht egalitärer Natur: das bedeutet, dass auch die „feministische“ Theorie die biologischen und psychologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau als Realität anerkennen muss.

Aus diesem Rohstoff lassen sich freilich unendlich viele „Masken der Sexualität“ bilden, also kulturell bedingte und kodifizierte Formen der Geschlechterrollen (inklusive der Bilderwelt der Kunst und der Mythen), die allerdings nicht beliebig „konstruierbar“ sind.

Paglias großes Thema ist der ewig unentschiedene Krieg zwischen Natur und Kultur, der Vater aller Dinge ist, aller Kunst, Philosophie, Religion und Wissenschaft. Die Natur, insbesondere als Sexualität, droht die gegen ihre vulkanische Kraft als Damm und Kanal errichtete Zivilisation immer wieder von neuem zu verschlingen. Daraus folgt eine radikale Verwerfung naiver Vorstellungen von „Emanzipation“ oder „Befreiung“:

Sexuelle Freiheit, Befreiung der Sexualität: Das sind moderne Illusionen. Wird eine Rangordnung weggefegt, tritt sogleich eine andere an ihre Stelle, die vielleicht rigider ist als die erste. Es gibt Rangordnungen der Natur und abgewandelte Rangordnungen in der Gesellschaft. Gesellschaft ist (…) unser fragiles Bollwerk gegen die Natur. Wenn die Achtung vor Staat und Religion gering ist, sind die Menschen frei, empfinden diese Freiheit aber als unerträglich und streben nach neuer Knechtschaft.

Die bekannteste Kontroverse, in die sich Paglia in der Zeit ihres größten Ruhmes eingeschaltet hat, war natürlich die „Date Rape“-Debatte. Kurz gefasst, warf sie den Feministinnen vor, die jungen Frauen nicht nur zur Passivität und zur Identifikation mit einer ewigen Opferrolle zu verleiten, sondern ihnen überhaupt ein falsches Bild vom Wesen der Sexualität und der Dynamik der Geschlechterbeziehungen zu vermitteln.

Dies läuft letztlich auf die moralische Überhöhung der Frau als Frau und die Preisgabe ihrer Selbstverantwortung hinaus. Wer mit Streichhölzern spielt und zündelt, und das sind in der Interaktion zwischen Mann und Frau häufig beide, darf sich nicht wundern, wenn er sich dabei die Finger verbrennt (und auch das gilt für beide).

1991 schrieb Paglia zur Debatte um „Rendezvous-Vergewaltigungen“:

Ich werde von Feministinnen diffamiert, nur weil ich im Hinblick auf dieses Thema gesunden Menschenverstand walten lasse. Ich finde dieses Gerede über Rendezvous-Vergewaltigungen abscheulich. Wenn du erst zwölf Tequilas bei einer Studentenparty trinkst und dich dann von einem Typen überreden lässt, mit ihm auf sein Zimmer zu gehen, darfst du dich nicht wundern, wenn er über dich herfällt. Die meisten Frauen wollen verführt oder gelockt werden. Je mehr man sich Literatur und Kunst ansieht, um so klarer wird einem das. Hören Sie sich Don Giovanni an. Lesen Sie The Faerie Queene. Verfolgung und Verführung sind das Wesen der Sexualität. Darin liegt ein Großteil ihrer Faszination.

Die Mädchen hierzulande werfen sich Gitarristen an den Hals, bis hinunter zur schäbigsten Kneipenband. Die Typen tun groß und spreizen sich. Man sollte die Sexualität so sehen, wie sie ist: männliche Begierde und Frauen, die sich durch männliche Begierde in Erregung versetzen lassen. Frauen reizt das. Es stößt sie nicht ab. Frauen haben das Recht, frei zu wählen und ja oder nein zu sagen. Jeder muss persönliche Verantwortung für sein Leben übernehmen. Ich betrachte den Sexualtrieb als egoistisch und herrschsüchtig, und deshalb habe ich kein Problem, das Phänomen Vergewaltigung zu verstehen. Frauen müssen das richtig verstehen, dann werden sie sich auch besser schützen.

Nun hat sich auch eine Autorin des Freitag an Camille Paglia erinnert, und einen Artikel verfasst, der gleich zu Beginn mit einer faustdicken Desinformation einsetzt. Anlass sind ein paar Tropfen einer aktuellen Kontroverse um den „Pickup-Artist“ Roosh V. (richtiger Name: Daryush Valizadeh), die aus den USA nach Deutschland durchgesickert und nach dem Muster der „stillen Post“ in die Ente gemündet sind, er wäre der Kopf einer „Pro-Vergewaltigungsbewegung“ – eine Behauptung, die Marlen Hobrack durch ein bisschen Recherche im Netz leicht als falsch hätte erkennen können.

Ich verzichte an dieser Stelle darauf, ihren Beitrag im Freitag im Detail auseinanderzunehmen. Die Autorin hat nicht nur Paglia missverstanden, sondern hat auch nicht begriffen, dass es sich bei dem berüchtigten Artikel von Roosh, an dem sich der Skandal entzündet hat, („How to Stop Rape“) um einen „bescheidenen Vorschlag“ in der Tradition von Swift handelt. Dies hat der Autor auch selbst deutlich und zum Mitschreiben klar betont (etwa hier und hier).

Frage: Warum wollen Sie Vergewaltigung legalisieren?

Anwort: Das will ich gar nicht. Die Vorstellung, Vergewaltigung zu legalisieren, ist derart krank und absurd, dass ich nie auf die Idee gekommen wäre, dass es Leute gibt, die das 100% ernst nehmen könnten, unter ihnen einige Politiker. Ich bin nicht der Meinung, dass irgendeine Art von physischer Gewalt gegen Männer oder Frauen legalisiert werden soll. Dass „Wie man Vergewaltigung stoppt“ ein satirisches Gedankenexperiment war, habe ich nun schon so oft gesagt, dass ich keinen Zweifel daran habe, dass die Fehlinterpretation durch die Medien mit voller Absicht geschieht.

Allerdings muss gesagt werden, dass die Vorwürfe gegen Roosh nicht gänzlich der Grundlage entbehren, worauf ich am Ende dieses Beitrags noch zurückkommen werde.

Rooshs Artikel ist auch eine Antwort auf die laufende Mode unter amerikanischen Feministinnen, über eine angebliche „rape culture“ (Vergewaltigungskultur) im Lande zu klagen, deren Betreiber und Nutznießer natürlich vor allem weiße männliche College-Studenten seien.

Auch diese Annahme hat Paglia in ihrem Interview mit Spiked vom Dezember 2o15 als ideologisierten Unsinn verworfen:

Whelan: Junge Feministinnen sind heute von der Idee besessen, dass wir in einer „Vergewaltigungskultur“ leben. Glauben Sie, dass sexuelle Gewalt als normal gilt, wie es dieser Begriff nahelegt?

Paglia:“Vergewaltigungskultur“ ist ein lächerlicher Begriff – nichts weiter als eine propagandistische Blähung, die eine ernsthafte Kritik nicht wert ist. Wer eine derart simplizistische Vorstellung von Sex hat, hat auch keine Ahnung von der Weltgeschichte oder von grundlegenden anthropologischen und psychologischen Erkenntnissen. Mir tun die Frauen leid, die man zu dieser hyper-politisierten, opferzentrierten Rhetorik verführt hat. Indem sie sich an derart oberflächliche, verhetzende Phrasen klammern, geben sie ihre eigene Macht und ihre eigenen Mittel aus der Hand.

Der Sinn des inkriminierten Artikels von Roosh, der Frauen zur Selbstverantwortung und zum Selbstschutz aufruft, hat also in der Tat mit Paglias Stellungnahme zur „Date Rape“-Debatte zu tun, allerdings nicht in dem Sinne, wie unsere wackere Autorin vom Freitag das glaubt. Kostprobe:

Nun wäre all das vielleicht keiner Rede mehr wert, wenn dieser Tage nicht die krude Bewegung des selbsternannten „Pick up-Artist“ Roosh V mit ihrer Agenda zur Legalisierung von Vergewaltigungen auf privatem Boden von sich reden machte. Diese Bewegung ist letztlich nur die konsequent zu Ende gedachte Form der Ausgangsthese Paglias: Sobald eine Frau einen Mann in ihre Wohnung eindringen lässt oder aber sich in seine Wohnung begibt, soll sie aus dem Rahmen des Gesetzes fallen. (…) Sowohl bei Paglia als auch bei den Aktivisten verwirkt eine Frau, sobald sie dem Mann vertraut (selbst schuld!, in den Augen Paglias), das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Sie übertritt also das Gesetz, das offenkundig das Gesetz des Stärkeren ist.

Wie gesagt: das ist massiver Unfug, der Paglias als auch Rooshs Positionen krass verfälscht. Es muss in linksdrehenden Gehirnen so etwas wie eine Zone geben, die eine seltsame Art von Übersetzungarbeit leistet, um am Ende zuverlässig eine rechte Horrorikone zu produzieren.

Wie Kollege Kleine-Hartlage schrieb: bestimmte Linke

wissen zwar, dass sie von der Utopie her denken, aber sie wissen es im Sinne einer Selbstverständlichkeit, das heißt es kommt ihnen nicht in den Sinn, dass man auch anders denken könnte. Folglich projizieren sie ihre eigene Denkweise auf ihre Kritiker und unterstellen ihnen, ebenfalls einer Utopie zu folgen: Da kann nur den „Gottesstaat“ wollen, wer Religionsunterricht an Schulen befürwortet, nur den „Faschismus“, wer der Schwarzweißmalerei der staatlich verordneten manichäischen Geschichtstheologie widerspricht, nur das „Patriarchat“, wer nicht jede feministische Marotte begrüßt.

Allerdings hat Roosh selbst diese Kontroverse offenbar nicht nur gewollt, sondern auch bewusst provoziert. Er weiß genau, welche Knöpfchen gedrückt werden müssen, um die Meinungsinquisition der „Social Justice Warriors“ zu „triggern“ und hat davon reichlich Gebrauch gemacht. Das Ergebnis war eine mediale Hysterie, die er in Werbung für seine Seite umgemünzt hat. Damit hat er sich als cleverer Stratege erwiesen, denn immerhin eines hat das Getrolle gebracht: dass sein Name und sein Projekt nun weltweit bekannt geworden sind.

So ging in der letzten Woche auch in den deutschen „sozialen Medien“ das Gerücht um, eine „Pro-Vergewaltigungs“-Truppe wolle eine länderübergreifende „Offensive“ à la Köln starten. Gerade in Deutschland fiel diese nach der kollektiven Verunsicherung durch die Ereignisse der Silvesternacht auf fruchtbaren Boden. In der Tat wurde mir von einem Bekannten (und Fan von „Return of Kings“) berichtet, daß zumindest das Gerücht sogar in Teile seines Freundeskreises gesickert ist, die von der Beschäftigung mit der „Manosphere“ und ihren Themen meilenweit entfernt sind, und die aufgeregt berichteten, eine Horde Vergewaltigungsbefürworter wäre von der Leine gelassen worden.

Diejenigen, die den Köder schluckten, waren offenbar auch von dem inneren Bedürfnis motiviert, ihr Theorem von der allgegenwärtigen „sexualisierten Gewalt“ bestätigt zu sehen, das bekanntlich vor allem den Zweck hat, den Zusammenhang zwischen den Übergriffen und Vergewaltigungen in Köln und anderswo und dem ethno-kulturellen Hintergrund der Täter zu verschleiern.

Das Goldene Bärchen gewinnt diese Antifanten-Seite (wer sonst?) – dort hört sich das so an:

Für Samstag, 6. Februar hat die frauenfeindliche Initiative „Return of Kings“ eine weltweite Offensive angekündigt. Mit Vernetzungstreffen wollen sie arbeitsfähige Unterstützergruppen aufbauen. Auch in einigen deutschen Städten sind Treffen angesetzt – Widerstand ist bereits angekündigt.

In Aachen haben wir am Dienstag durch einen Hinweis eines linksjugend [‘solid]-Aktivisten davon erfahren. Innerhalb weniger Stunden geisterte die Info durch soziale Medien. Wir bekamen Anfragen, ob es nicht möglich sei, dagegen vorzugehen. Insbesondere Frauen waren und sind wütend, denn nicht erst durch die Ereignisse der Kölner Silvesternacht ist vielen klar, dass sexualisierte Gewalt fast immer und überall droht. Empörend ist auch, dass eine massive Medienkampagne zu Köln gefahren wurde, wo der Verdacht besteht, dass Männer sich zu Übergriffen verabredet haben.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Raffinierte Gegenstrategien wurden in Gang gesetzt:

Das Konzept für ihr [Return of Kings] Treffen sieht so aus: Von 20:00 -20:20 Uhr werden sie sich auf dem Aachener Katschhof sammeln. Mit einem Codespruch wollen sie sich Gleichgesinnten gegenüber zu erkennen geben: “Do you know where I can find a pet shop?” (Die direkte deutsche Übersetzung wäre: “Wissen sie wo ich ein Tiergeschäft finde?”. Es gibt im Englischen hier eine Doppeldeutigkeit, denn “Pet Shop” kann auch als Ort zum angrabschen interpretiert werden) und der Antwort “Yes, it’s right here.” (Deutsche Übersetzung: “Ja, das ist genau hier.”) Um 20:20 wollen sie dann woanders hingehen, wo sie sich ungestört austauschen können.

Kann es einen größeren Horror geben? „Sexisten“, die sich „ungestört austauschen können“???

Wir rufen dazu auf

-kommt spätestens um 20:00 Uhr auf den Aachener Katschhof. Beachtet die Sicherheitshinweise weiter unten

– An die “männlichen” unter euch: Geht auf Gruppen von Männern zu und sagt den Codespruch.

– Wenn sich Sexisten so zu erkennen geben, informiert Umstehende. Dann sollten alle (auch die nicht-“männlichen”) zu der Gruppe gehen und sie nicht unbegleitet gehen lassen. So machen wir ihnen klar, dass es kein Vernetzungstreffen von Vergewaltigungsfans in Aachen geben wird.

Man muss schon ein Herz aus Stein haben, um das nicht saukomisch zu finden. Nicht zuletzt gewinnt man hier einen gar köstlichen Einblick in die Geistesverfassung dieser Kreise: ich verweise nur auf die „männlichen“ in Gänsefüßchen (was wohl zutreffender ist, als sie selber glauben).

Die Klagenfurter Grünen sind übrigens diesbezüglich schon einen progressiven Schritt weiter:

Die Grünen Klagenfurt haben bei ihrer Mitgliederversammlung am Mittwoch beschlossen, alle Mitglieder in ihrem Statut ab sofort mit der weiblichen Geschlechtsform zu bezeichnen. Dem  Entschluss gemäß kommentiert Reinhard Schinner, ihres Zeichens Obfrau der Stadtpartei, nach der Versammlung: „Der Schritt ist durchaus und bewusst radikal. Sprache wirkt auf unsere Weltsicht. Wir setzen damit für die weibliche Mehrheit der Bevölkerung ein klares Signal, dass sie auch in der Sprache sichtbar sein darf. Wenn es weibliche Landeshauptmänner gibt, und viele daran nichts Absurdes sehen, dann muss zum Beispiel eine männliche Parteiobfrau in Klagenfurt genauso möglich sein.“

Leider hat diese Geschichte eine traurige Kehrseite. Nicht alle Vorwürfe gegen Roosh sind auf politisch korrekte Hysterie zurückzuführen und er hat ihnen selbst Vorschub geleistet. Wie man hier nachlesen kann, hat er in seinen Sexabenteuer-Berichten aus Polen und Island einige Situationen geschildert, in denen er Frauen offenbar in der Tat gegen ihren Willen zum Sex genötigt oder ihre alkoholbedingte Unzurechnungsfähigkeit ausgenutzt hat. Er hat das später als „macho sex writing“ à la Henry Miller abgetan, das man nicht aus dem Kontext reißen dürfe. Damit steht auch die Frage im Raum, inwiefern es sich bei ihm nicht doch um einen „con man“ handelt, wie sie in Amerika nicht selten sind.

Die Hintergründe und der Inhalt der Seite „Return of Kings“ wären nun einen eigenen, ausführlichen Artikel wert. Das Phänomen der „Pick-Up-Artists“ habe ich bereits 2010 in einem Artikel für die Druckausgabe der Sezession behandelt. Ich hatte damals diagnostiziert, dass sich hier etwas ausbrütet, das über die ursprünglichen Ziele der ersten Generation von „Verführungskünstlern“ wie Ross Jeffries, „Mystery“ oder Neil Strauss weit hinausgeht. Und ich habe damit recht behalten.

Am Anfang steht für die Klientel schlicht der Wunsch, die eigenen Flirtkünste zu verbessern, „erfolgreicher bei Frauen“ zu werden und seinen allgemeinen Wert am Fleischmarkt zu erhöhen. Dazu bedarf es als erstes einer Einsicht in den „polaren“ Charakter von Mann-Frau-Beziehungen und ihrer entsprechenden sozialen Dynamik. Oder, wie einer der beliebtesten Autoren der deutschsprachigen »Community«,»Lodovico Satana« alias »Endless Enigma« in seinem Handbuch „Lob des Sexismus“  schrieb:

Der Schlüssel um »Frauen zu verstehen, zu verführen und zu behalten« ist nach Satana, den »fundamentalen Unterschied zwischen Männern und Frauen« anzuerkennen: »Ihn verdrängen, heißt leiden. Ihn verstehen, heißt verführen. Denn nirgendwo fällt dieser Unterschied so schwer ins Gewicht wie dort, wo sich die Geschlechter am nächsten kommen: in der Liebe, in Beziehungen und beim Sex.«

Damit ist (zumindest für alle, die die Dinge zu Ende denken) der Kollisionskurs mit dem „egalitären“ Feminismus (der in Wahrheit jedoch auf ein Primat des Weiblichen abzielt) und seinem Ableger „Gender-Mainstreaming“ vorprogrammiert. Wer sich hier immer weiter vorwagt, wird nach dem Sturz feministischer Dogmen bald einen Dominostein der linken Identitätspolitik nach dem anderen umkippen sehen.

Im Jahre 2016 jedenfalls haben weite Teile der ursprünglich aus der „Pick-Up“- und „Game“-Szene hervorgegangenen „Manosphere“ eine Wende nach „rechts“ vollzogen, wobei ein eigenartig widersprüchlicher, aber vitaler Mix aus Libertinage, libertärer „Selbstverwirklichungs“-Philosophie und „konservativen“, ja „reaktionären“ Elementen vorherrscht – allerdings legt man großen Wert darauf, nicht mit den sogenannten „cuckservatives“ verwechselt zu werden, der feigen, weichgespülten, sich an den politischen Gegner anbiedernden Schwundstufe des Konservatismus.

Wie viele Amerikaner haben die „Stars“ dieser Szene, etwa Roosh, Heartiste, Matt Forney (der auch für die Netzseite Right On schreibt), Davis Aurini oder Mike Cernovich ein ausgeprägtes Talent zur Selbstinszenierung und -vermarktung, weshalb man ihren Hang zur Show, zum Trollen und zur mitunter zynischen Provokation cum grano salis nehmen muss. Im Mittelpunkt der Seiten steht immer noch die „Self-Help“ für suchende Männer, inzwischen jedoch angereichert und ergänzt durch gesellschaftskritische, politische und sogar religiös-spirituelle Beiträge unterschiedlicher Qualität und oft brachialer Direktheit.

Es liegt auch bereits ein „neomaskulinistisches“ Manifest mit praktischen Handlungsanweisungen vor:

Neomaskulinismus verbindet traditionelle Überzeugungen, Männlichkeit und Biologie zu einem ideologischen System. Ziel ist es, Männern zu helfen, die in westlichen Ländern leben, denen es an klassischen Tugenden, an maskulinen Männern und femininen Frauen mangelt, und die ihren Sinn für Objektivität verloren haben, insbesondere, was Schönheitsideale und die Beurteilung menschlichen Verhaltens betrifft. Neomaskulinismus dient auch als Gegengift zur Verkommenheit der westlichen Welt, zum besinnungslosen Konsumwahn und zur Herrschaft von Staatsapparaten ohne moralische Autorität.

Auch wenn dieses Sammelsurium nicht auf einen einzigen Nenner zu bringen ist, so ist die scharfe Opposition gegen die Hydra linker Dogmen und Praktiken (Feminismus, „Antirassismus“, Gender-Theorie, Grenzenöffnung, vorauseilende Unterwerfung unter den Islam, Egalitarismus, mitunter sogar Atheismus) hin zu einer identitären, pro-westlichen, pro-maskulinen, pro-“patriarchalen“ Position als deutlicher roter Faden zu erkennen.

Hier wurde die Konsequenz aus einer Sackgasse gezogen, die ich vor Jahren in meinem ersten Artikel über die besagte Szene konstatiert habe:

Viele »Pick-Up-Artists« finden sich schnell in einem endlosen Bäumchen-Wechsel-Spiel wieder, in dem sie sich allmählich in »soziale Roboter « verwandeln, die unfähig sind, eine dauerhafte Bindung einzugehen. Hier bleibt die Tiefe des Eros, wie sie etwa Denis de Rougemont in Die Liebe und das Abendland beschrieben hat, ebenso auf der Strecke wie die auf Beständigkeit ausgerichtete patriarchale Form der Männlichkeit. (…)

Der Punkt ist, dass Männlichkeit nicht nur inszeniert und behauptet sein will, um »nachhaltig« wirksam zu sein. Das Einstudieren von Verführungstricks und Männlichkeitsgesten verheddert sich dann, wo Virilität auf tönernen Füßen steht und nicht durch Vollzug vom ganzen, wahren Leben gedeckt ist.

Eine weitere Frage wäre, inwiefern die Krise der westlichen Welt mit diesen Dingen zu tun hat. Meiner Meinung nach sehr viel.

Am tiefsten geblickt hat bislang wohl Roger Devlin. Auch Guillaume Faye hat sich dazu ausführlich geäußert.

Und man lasse sich nicht von seiner drastischen Sprache und der betont abgefuckten Bukowski-Pose täuschen: auch Akif Pirinçci hat alles begriffen.

Quelle: Camille Paglia & Roosh V. zur Vergewaltigungsdebatte

Siehe auch:

Berlin baut 30 neue Containerdörfer – über 60 weitere wird beraten

Erschreckende Polizeistatistik: 3863 Verfahren in NRW: So groß ist das Problem mit "Nafris" (Nordafrikanern) wirklich

Wolfgang Röhl: Pfefferspray im Hamburg-Harvesterhuder / Eppendorfer Wohlstandskiez?

Angela Merkel flutet Deutschland mit Flüchtlingen: Flüchtlingstransporte bis zur deutschen Grenze vereinbart

Merkels Politik der offenen Grenzen: Marokkaner zehn mal abgeschoben – kam immer wieder – verübte 51 Straftaten

Frank A. Meyer: Die Frauenverachtung von Köln, Hamburg oder Stuttgart ist nicht nordafrikanisch oder arabisch – Nein, sie ist islamisch!

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