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Martin Lichtmesz: Autorenporträt Karlheinz Weißmann

24 Jul

aus Sezession 66 / Juni 2015

karlheinz_weissmannDas wesentliche Etikett vorweg: Karlheinz Weißmann [Bild links] ist einer der wichtigsten Vordenker der »Neuen Rechten« Deutschlands. Darüber herrscht bei Freund und Feind Konsens. Weniger einig ist man sich auf der einen wie der anderen Seite, was mit dem Begriff der »Neuen Rechten« überhaupt gemeint ist.

In einem im Februar 2009 geführten Interview mit der Sezession lehnte der Gründer der Wochenzeitung Junge Freiheit, Dieter Stein, diese Schublade, in die er selbst bis heute gesteckt wird, vehement ab: Ihre Deutung liege in den Händen der politischen Gegner, der linken Politikwissenschaftler und der Verfassungsschutzbehörden, und deshalb sei sie als Selbstbezeichnung völlig unbrauchbar geworden.

Weißmann dagegen bekräftigte im selben Interview, was er bereits 2006 in dem Gesprächsband Unsere Zeit kommt geäußert hatte: Auch wenn »Neue Rechte« nur ein »Hilfsbegriff« sei, »wie jedes andere politische Etikett«, gäbe es nach wie vor kein besseres, um die eigene Position zu markieren. Eine »neue Rechte« in seinem Sinne sei weder nostalgisch noch klassengebunden, sondern »an der Wirklichkeit orientiert, bereit und fähig, die Lebensmöglichkeiten der Moderne wahrzunehmen, aber nüchtern, mit einem Gespür für deren besondere Gefahren.« Überhaupt sei der Begriff nützlich, um sich von den Bloß-Konservativen abzusetzen, wider das ganze »Gerede« über »Werte«, »das noch nie zu irgend etwas geführt hat«, und die Verengung des Konservativen auf bürgerliche »Besitzstandswahrung«: »Da erkläre ich allerdings entschieden meinen Dissens und möchte nicht verwechselt werden, was auch immer freudig akzeptiert wird, wenn ich erkläre, daß ich nicht nur konservativ bin, sondern rechts.«

Unausweichlich bleibt schließlich, daß die politische Zuweisung von ›links‹ und ›rechts‹ in der Kontroverse nicht nur der eigenen Defiition unterliegt, sondern polemisch erfolgt. Wer das nicht versteht, sondern panisch die Markierung ›rechts‹ abstreifen will, hat schon kapituliert. (Karlheinz Weißmann: Die Nation denken; in: FAZ vom 22. April 1994)

In seinem Essay Das konservative Minimum (2007) zielte Weißmann in diesem Sinne darauf ab, dem Konservatismus die Zähne zurückzugeben, ihn gar »als Kampfbegriff zu etablieren«. Er leitete seine »Kampf-Ansage« mit einer Anekdote über einen alten Bekannten ein, der als »guter Gatte und Vater und als gemachter Mann« kurz vor dem Ruhestand folgende Auffassung von einer »konservativen Existenz« hatte: man »müsse die Macht der Verhältnisse anerkennen, und das heiße unter den obwaltenden Umständen: betreibe deine Karriere, versuch nicht anzuecken, halte dich an die Moral der Väter und erzieh deine Kinder anständig.« Man »müsse doch zugeben, daß das ewige Opponieren sinnlos gewesen sei. Zuletzt komme alles von selbst ins Gleis«, was sich etwa daran zeige, daß noch jeder Revoluzzer zum Philister [Spießer, Spießbürger, Besserwisser] gealtert sei.

>>> weiterlesen: 1  ++  2  ++  3  ++  4  ++  5  ++  6  ++  7

Quelle: Autorenporträt Karlheinz Weißmann

Siehe auch:

Frank A. Meyer: Der Islam – die totalitäre Religion

Ernst Hillebrandt: Der perverse autoritäre Gutmenschenrassismus

Islam & Gewalt: Beutekriege und strukturelle Gewalt haben im Islam eine lange Tradition

Hamburg plant sieben Großunterkünfte für 20.000 Flüchtlinge

Der alltägliche Asylanten-Terror in Deutschland

Fjordman: Der europäische Frühling beginnt mit einem „Schlachtfest”

Domenico Quirico: Der Islam ist eine totalitäre Kriegsreligion

Das wesentliche Etikett vorweg: Karlheinz Weißmann [Bild links] ist einer der wichtigsten Vordenker der »Neuen Rechten« Deutschlands. Darüber herrscht bei Freund und Feind Konsens. Weniger einig ist man sich auf der einen wie der anderen Seite, was mit dem Begriff der »Neuen Rechten« überhaupt gemeint ist.

In einem im Februar 2009 geführten Interview mit der Sezession lehnte der Gründer der Wochenzeitung Junge Freiheit, Dieter Stein, diese Schublade, in die er selbst bis heute gesteckt wird, vehement ab: Ihre Deutung liege in den Händen der politischen Gegner, der linken Politikwissenschaftler und der Verfassungsschutzbehörden, und deshalb sei sie als Selbstbezeichnung völlig unbrauchbar geworden.

Weißmann dagegen bekräftigte im selben Interview, was er bereits 2006 in dem Gesprächsband Unsere Zeit kommt geäußert hatte: Auch wenn »Neue Rechte« nur ein »Hilfsbegriff« sei, »wie jedes andere politische Etikett«, gäbe es nach wie vor kein besseres, um die eigene Position zu markieren. Eine »neue Rechte« in seinem Sinne sei weder nostalgisch noch klassengebunden, sondern »an der Wirklichkeit orientiert, bereit und fähig, die Lebensmöglichkeiten der Moderne wahrzunehmen, aber nüchtern, mit einem Gespür für deren besondere Gefahren.« Überhaupt sei der Begriff nützlich, um sich von den Bloß-Konservativen abzusetzen, wider das ganze »Gerede« über »Werte«, »das noch nie zu irgend etwas geführt hat«, und die Verengung des Konservativen auf bürgerliche »Besitzstandswahrung«: »Da erkläre ich allerdings entschieden meinen Dissens und möchte nicht verwechselt werden, was auch immer freudig akzeptiert wird, wenn ich erkläre, daß ich nicht nur konservativ bin, sondern rechts.«

Unausweichlich bleibt schließlich, daß die politische Zuweisung von ›links‹ und ›rechts‹ in der Kontroverse nicht nur der eigenen Defiition unterliegt, sondern polemisch erfolgt. Wer das nicht versteht, sondern panisch die Markierung ›rechts‹ abstreifen will, hat schon kapituliert. (Karlheinz Weißmann: Die Nation denken; in: FAZ vom 22. April 1994)

In seinem Essay Das konservative Minimum (2007) zielte Weißmann in diesem Sinne darauf ab, dem Konservatismus die Zähne zurückzugeben, ihn gar »als Kampfbegriff zu etablieren«. Er leitete seine »Kampf-Ansage« mit einer Anekdote über einen alten Bekannten ein, der als »guter Gatte und Vater und als gemachter Mann« kurz vor dem Ruhestand folgende Auffassung von einer »konservativen Existenz« hatte: man »müsse die Macht der Verhältnisse anerkennen, und das heiße unter den obwaltenden Umständen: betreibe deine Karriere, versuch nicht anzuecken, halte dich an die Moral der Väter und erzieh deine Kinder anständig.« Man »müsse doch zugeben, daß das ewige Opponieren sinnlos gewesen sei. Zuletzt komme alles von selbst ins Gleis«, was sich etwa daran zeige, daß noch jeder Revoluzzer zum Philister gealtert sei.

>>> weiterlesen: Seite: 1  ++  2  ++  3  ++  4  ++  5  ++  6  ++  7

Quelle: Autorenporträt Karlheinz Weißmann

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Frank A. Meyer: Der Islam – die totalitäre Religion

24 Jul

frank_meyer

Frank A. Meyer geht in einem Artikel der Frage nach, ob der Islamismus zum Islam gehört. Zunächst geht er auf das Zitat des späteren Papstes Benedikt XVI. ein. Noch als Bischof zitierte er 2006 den folgenden Satz des Kaisers Manuel II. Palaiologos der bei einem Gespräch über den islamischen Dschihad, den Heiligen Krieg, sagte:

„Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.“ [Hier das ganze Zitat]

Dieser Satz sorgte unter den Muslimen für viel Empörung. Er wurde von einer Reihe von Vertretern des Islam als „Hasspredigt“ kritisiert. Gewaltakte und Drohungen von radikalen islamistischen Gruppen und Führern bis hin zur Drohung mit dem „heiligen Krieg“ waren die Folge. Mittlerweile hat sich die Aufregung gelegt und mit Papst Franziskus ist ein Papst im Amt, der geradezu harmoniesüchtig ist und mit allen lieb Kind sein möchte.

Frank A. Meyer weiter:

Wie steht es heute mit dem acht Jahre alten Zitat, mit dem 600 Jahre alten Satz? Bewahrheitet sich die Aussage nicht tagtäglich? Der Islam wütet durch nahezu sämtliche Regionen, die er religiös bestimmt: Massaker unter Muslimen, Terror gegen Andersgläubige, Entführung von Mädchen, Erniedrigung von Frauen, Vernichtung von Kulturgut, Versklavung von Arbeitern. Die Liste ist endlos. Der Islam beherrscht die Nachrichten, noch immer und weiterhin.

Weil Frank A. Meyer dann in seinen Artikel auf Linke, Grüne und Gutmenschen eingeht, die immer wieder behaupten, der Islamismus habe nichts mit dem Islam zu tun, möchte ich einmal den syrischen Lyriker Adonis zu Wort kommen lassen. Er antwortete auf die Frage: Gehört der Islamismus überhaupt zum Islam?

Die Fundamentalisten lesen den Koran so, dass er zum islamischen Staat führt. Andere lesen ihn anders. Den Islam als solchen gibt es überhaupt nicht, er ist vollkommen ideologisiert. Im Namen des Islams kann man einen islamischen Staat gründen oder bekämpfen.

Auch der Krieg zwischen den Schiiten und den Sunniten beruht lediglich auf einem Interpretationsunterschied. Zwischen den beiden gibt es keine religiösen Unterschiede, beide folgen demselben Propheten, demselben Buch, aber sie lesen es verschieden. Wer entscheidet in so einem Fall? Nicht die Dichter und die Philosophen, sondern die Macht.

Weiter sagte er:

Es wird einen neuen hundertjährigen Krieg geben. Einen Krieg zwischen den Muslimen mit dem einzigen Ziel, die innere Kraft des Islams völlig zu zerstören. Der große Krieg des 21. Jahrhunderts wird ein innerarabischer Krieg sein, in dem sich die arabische Welt selbst zerfleischt und zugrunde geht.

Ich glaube, man kann den Islam überhaupt nicht vom Islamismus trennen, es sind zwei Seiten einer Medaille, wie Michael Mannheimer es so treffend formulierte. Ob die Mehrheit der Muslime friedlich ist und nur eine kleine Minderheit den Islam missbraucht, ist dabei unerheblich. Das Entscheidende ist, daß sich in den 1.400 Jahren seit Bestehen des Islam, stets die kleine radikale Minderheit durchgesetzt hat. Ihr ist dann meist die große Mehrheit der sogenannten friedlichen Muslime gefolgt. Es ist bezeichnend, daß z.B. 92 Prozent der Muslime aus Saudi-Arabien mit der IS sympathisieren.

Nebenbei gesagt, nichts ist leichter als die Sunniten gegen die Schiiten aufzuhetzen. Ein Attentat hier, eine Attentat dort. Hier eine sunnitischen Moschee, dort eine schiitische Moschee zerstören. Einmal die Sunniten mit Waffen zu beliefern, dann wieder die Schiiten, um hier ein paar Sunniten, dort ein paar Schiiten zu töten. Die Reaktion wird nicht lange auf sich warten lassen.

Und sind einmal keine Schiiten oder Sunniten da, dann gibt es ja noch die Juden, Christen, Buddhisten, Hinduisten, die Ahmadiyya, Sufis, Aleviten und andere, gegen die man den islamischen Terror entfachen kann. Die Isis kündigte jüngst an, daß sie bereit ist 150-500 Millionen Menschen zu töten. Ich glaube allerdings nicht, daß dieser Krieg auf den innerarabischen Raum beschränkt bleiben wird. Auch Europa und die übrige Welt wird damit hineingezogen.

Vera Lengsfeld schrieb übrigens in ihrem Artikel: Die schweigende Mehrheit der Muslime ist irrelevant!

Es sind die Fanatiker, die marschieren. Es sind die Fanatiker, die augenblicklich die 50 Kriege auf der ganzen Welt führen. Es sind die Fanatiker, die systematisch Christen abschlachten oder ethnische Gruppen [wie die Jesiden] überall in Afrika und die nach und nach den ganzen Kontinent in einer islamischen Welle übernehmen. Es sind die Fanatiker, die bomben, köpfen, töten und ehrenmorden. Es sind die Fanatiker, die eine Moschee nach der anderen übernehmen. Es sind die Fanatiker, die eifrig das Steinigen und Hängen von Vergewaltigungsopfern und Homosexuellen verbreiten. Es sind die Fanatiker, die ihre Jugend lehren, zu töten und Selbstmordattentäter zu werden.

Die harte, offensichtliche Realität ist, dass die friedliche Mehrheit, die schweigende Mehrheit, eingeschüchtert und irrelevant ist. Das kommunistische Russland bestand mehrheitlich aus Russen, die nichts wollten, als in Frieden leben, aber die russischen Kommunisten waren für die Ermordung von etwa 20 Millionen Menschen verantwortlich. Die friedliche Mehrheit war irrelevant. Chinas riesige Bevölkerung war ebenso friedlich, aber den chinesischen Kommunisten gelang es, unglaubliche 70 Millionen Menschen zu töten.

Wer behauptet, man können den Islam sowohl friedlich als auch im Sinne des gewalttätigen Dschihads interpretieren, verkennt die Tatsache, daß sich stets der radikale Islam durchgesetzt hat. Wie kann außerdem jemand behaupten, der Islamismus hat nichts mit dem Islam zu tun, wenn er nur von Muslimen, die sich auf Allah und den Koran berufen, durchgeführt wird?

Frank A. Meyer über die Sprachreglung von Linken, Grünen und Linksliberalen über den Islam:

Der Islam? Unter Linken, Grünen und Linksliberalen gilt die Sprachregelung, dass derlei Schrecken, wie sie Tag und Nacht aus Allahs Hoheitsgebieten zu vermelden sind, nichts, aber auch gar nichts mit dem Islam zu tun haben, dass es sich vielmehr um Islamismus handle, um Dschihadismus gar, welcher, zugegeben, das Böse sei, ganz im Gegensatz jedoch zum friedfertigen und wohltätigen Islam. Denn diese Religion sei gut.

Zum Schluß des Artikels gibt Frank A. Meyer selbst eine Antwort, welche Reaktion er von den Muslimen erwartet, wenn die Dschihadisten den Islam für kriegerische Zwecke missbrauchen.

Wenn dies aber mit dem richtig verstandenen Islam nichts zu tun hätte, wie es uns das Mantra der deutschen Berufstoleranzler unablässig weiszumachen versucht, dann müsste es doch irgendwo und irgendwann muslimische Auflehnung gegen den Missbrauch ihrer Religion geben: Bewegungen von Tausenden und Zehntausenden, ja Millionen Gläubigen, die Massaker und Terror nicht weiter hinzunehmen gewillt sind, und diesem Unwillen auch Ausdruck verleihen. Wo sind sie?

Wann immer in westlichen Demokratien politisches Unrecht geschieht, strömen Bürgerinnen und Bürger ins Freie und lehren ihre Eliten das Fürchten, sei es in Washington, Berlin oder Tel Aviv. Vergleichbar massenhafte Manifestationen von Muslimen gegen muslimische Macht, sie würden das Ankommen des Islam im 21. Jahrhundert bedeuten. Bundespräsident Christian Wulff hinterließ nach seiner kurzen Amtszeit einen einzigen bemerkenswerten Satz: „Der Islam gehört zu Deutschland.“ Es war die Antwort auf die falsche Frage. Die richtige Frage lautet: „Gehört der Islam in unsere Zeit?“

Aber dieses Aufbegehren wird nicht geschehen. Die meisten Muslime kennen den Islam zwar nur oberflächlich, aber sie wurden seit ihrer Geburt einer islamischen Gehrinwäsche unterzogen, die im Prinzip nicht sehr weit von den Islamisten entfernt ist. Ich würde vermuten, die große Mehrheit der Muslime sympathisiert mit den Islamisten. Und die große Mehrheit von ihnen hätte wohl wenig Bedenken, sich ihnen anzuschließen, wenn der Imam eines Tages in der Moschee das Signal gibt, die Nichtmuslime zu töten.

Hier der ganze lesenswerte Artikel: Frank A. Meyer: Islam – Die totalitäre Religion

Siehe auch: Frank A. Meyer: „Die gläubigen Muslime schließen sich selber aus“

Siehe auch:

Ernst Hillebrandt: Der perverse autoritäre Gutmenschenrassismus

Islam & Gewalt: Beutekriege und strukturelle Gewalt haben im Islam eine lange Tradition

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24 Jul

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Die europäische Linke hat die islamistische Gefahr viel zu lange banalisiert. "Viel zu oft hat die europäische Linke aus Gründen der Political Correctness weggesehen."

Das Attentat gegen Charlie Hebdo kam mit Ansage. Islamistische Gewalt oder ihre Androhung ist spätestens seit der Fatwa gegen Salman Rushdie Teil der politischen und kulturellen Landschaft Europas. Diesmal hat sie mit Charlie Hebdo eine Ikone der libertären Gesellschaften Europas getroffen: Wie kein anderes Medium war „Charlie“ ein Kind des Mai 68.

Die Frage ist, ob die europäische Linke aus diesem Angriff endlich Konsequenzen zieht. Denn die bittere Wahrheit ist, dass die europäische Linke viel zu lange die islamistische Gefahr banalisiert hat. Gefangen in einem werterelativierenden Multikulturalismus hat sie passiv zugesehen, wie an den Rändern der Zuwanderungsgesellschaften Westeuropas ein Klima des antiwestlichen Hasses heranwuchs. Wenn dieser Hass schließlich tätig wurde, hat sie sich meistens weggeduckt.

Viel zu oft hat die europäische Linke aus Gründen der Political Correctness weggesehen: Als islamische Fanatiker im Zuge des Karikaturenstreits Menschen töteten und bedrohten, hat sie Verständnis für die verletzten Gefühle der Täter gezeigt, nicht für die der Opfer. Erst nach einem Aufschrei der Öffentlichkeit ging die Labour-Regierung in Großbritannien gegen die Fanatiker vor, die mit ihren „Kill all Enemies of Islam“-Plakaten [Tötet die Feinde des Islam] durch britische Städte zogen.

Weggesehen wurde auch, als in britischen Islamschulen die Amputation von Gliedern zum Unterrichtsthema wurde. Wenn, wie in Rotherham, organisierte sexuelle Gewalt aus migrantischen Milieus gegen Minderjährige ausging [1], wurde die Strafverfolgung behindert. Als die französische Assemblée Nationale für das Verbot der Burka stimmte, enthielt sich die PS-Fraktion [Parti Socialiste] der Stimme.

[1] Allein in der Stadt Rotherham wurden 1400 minderjährige Mädchen über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren von pakistanischen Sexbanden vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen. In vielen Dutzenden anderen britischen Städten geschah genau dasselbe und alle Polizisten, Sozialarbeiter, Streetworker, Lehrer und Staatsanwälte schauten weg, um nicht in den Verdacht zu geraten, Rassisten zu sein. Und warum geschah dies? Weil die Linken jeden, der es gewagt hätte, solche Dinge öffentlich zu machen, als Nazi und Rassisten beschimpft, ihn mit körperlicher Gewalt bedroht und versucht hätten, seine bürgerliche und berufliche Existenz zu vernichten.

Martin Lichtmesz: Mißbrauch in England – Roger Scruton über Rotherham

Weder Salman Rushdie noch Kurt Westergaard haben von der europäischen Linken viel Unterstützung erfahren. Im Gegenteil: Immer wieder hat die Linke eingestimmt in den Chor derjenigen, die jede Kritik an der kulturellen und politischen Praxis des Islam als „menschenfeindliche“ Islamphobie [Islamfeindlichkeit] und Xenophobie [Ausländerfeindlichkeit] tabuisierten. Säkulare und assimilationsorientierte [integrationswillige] Einwanderer wurden in ihrem Kampf gegen religiöse Identitätspolitiken [radikale Islamorganisationen] weitgehend allein gelassen.

Auf eine perverse Art artikuliert sich hier ein paternalistischer Gutmenschenrassismus. (Paternalismus: männliche Herrschaftsform)

Die Dynamik und Pathologie der ideologischen und politischen Entwicklungen in der islamischen Welt hat die Linke nie ernsthaft interessiert. Religiöser Fanatismus, Gewaltkultur, Radikalisierung und Anti-Okkzidentialismus [Hass gegen das Abendland (Europa)] in migrantischen Milieus wurden immer nur als Reaktion auf angebliche Ausgrenzungserfahrungen behandelt.

Auf eine perverse Art artikuliert sich hier ein paternalistischer Gutmenschenrassismus, der auch 50 Jahre nach der Entkolonialisierung den muslimischen Anderen nicht als Subjekt seiner Geschichte begreifen kann, sondern nur als reagierendes Objekt westlichen Handelns. Der Islamismus ist aber nicht in Seine-Saint Denis [französisches Departement im Großraum von Paris] oder Berlin-Neukölln entstanden, sondern in Riad, Kairo und Islamabad. Er ist ein ideologisches Kind der Modernisierungskonflikte der islamischen Welt selbst.

Diese Denkverweigerung artikulierte sich in den letzten Wochen auch in der Reaktion auf die Pegida-Bewegung. Natürlich ist diese Bewegung in vielen Aspekten suspekt [vage, rätselhaft, fragwürdig]. Aber in ihr artikuliert sich eben auch die Angst vor Ereignissen wie am 7. Januar 2015 in Paris [Anschlag auf Charlie Hebdo] oder am 7. Juli 2005 in der Londoner U-Bahn.

Der Alt-68er Peter Schneider spricht in einem Artikel zu Pegida davon [Pegida, eine ratlose Bewegung weißer Männer (welt.de)], dass die Menschen Angst hätten „dass die zivilen Gesellschaften Europas ihre eigenen Regeln nicht mehr verteidigen.“ Warum die Sorge vor Attentaten und der Wunsch nach der Bewahrung einer freiheitlichen und säkularen Gesellschaft eine „Schande für Deutschland“ sein soll, bleibt das Geheimnis des Justizministers und des deutschen Feuilletons. Wer die Faschisten sind, sollte spätestens seit dem 7. Januar 2015 klar sein. Man hätte es aber auch schon viel früher wissen können.

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff hatte völlig Recht, als er erklärte, dass „der Islam zu Deutschland gehört“. Man mag das gut oder schlecht finden, es ist einfach so, weil in diesem Land (und auf diesem Kontinent) eine signifikante Gruppe von Menschen lebt, die dieser Religion angehören und sich ihrem Weltbild verpflichtet fühlen. Diese Normalität des Islam in Europa bedeutet aber auch, dass die europäische Linke sich mit ihm wie mit jeder anderen Ideologie auseinanderzusetzen hat.

Gegner eines linken Menschenbildes

Sie hat zu prüfen, wo und wie ihre Werte und Ziele mit den Normen und der kulturellen und gesellschaftlichen Praxis dieser Religion übereinstimmen, aber auch, wo sie diesen widersprechen. Dort, wo diese Ideologie im Widerspruch zu zentralen Zielen eines linken Menschenbildes steht, wo sie elementaren Freiheits- und Gleichheitsnormen widerspricht, ist sie ein politischer Gegner, wie jede andere derartige Denkschule auch.

Oliver Schmolke, einer der klügsten Köpfe der deutschen Sozialdemokratie, schreibt in seinen Buch „Über die Freiheit“: „Die Menschen, die kamen, brachten die nationalen Identitätskämpfe ihrer Heimatländer mit, und sie als Gleiche anzuerkennen, muss auch heißen, ihre Ideologien mit gleichem Maß zu beurteilen. Nationalistische und religiös fundamentalistische Einwanderer sind Rechtsextreme, die wie ihre europäischen Verwandten einer Ideologie der Ungleichheit anhängen. Das hätten Linke immer wissen und sagen müssen.“

Dort, wo diese Ideologie im Widerspruch zu zentralen Zielen eines linken Menschenbildes steht, ist sie ein politischer Gegner.

Das haben sie aber oft genug nicht getan. Die Tradition der Ideologie- und Religionskritik, die seit den Tagen der Aufklärung ein wesentliches Element der normativen und praktischen Emanzipations- und Freiheitsambition [Freiheitsstreben, -begehren] der europäischen Linken war, wurde durch das Schlagwort der Xenophobie mundtot gemacht. Stattdessen hat die Linke tatenlos zugesehen, wie sich eine radikal freiheits-, gleichheits- und frauenfeindliche Ideologie in Europa breit gemacht hat.

Zur wachsenden Gewaltbereitschaft dieser Bewegung hat sie, jenseits von Warnungen vor „Verallgemeinerungen“, fast nichts zu sagen gehabt. Diese Realitätsverweigerung droht sich nun bitter zu rächen. Der Kampf gegen religiösen Totalitarismus und Obskurantismus [Drahtzieher, Hintermänner] hat im 19. Jahrhundert dazu beigetragen, die Linke in Europa groß zu machen. Ihre Feigheit, diesen Kampf unter geänderten Umständen wieder aufzunehmen, droht sie nun klein zu machen: politisch und moralisch.

Die Anmerkungen in eckigen Klammern sind vom Admin.

Von: Ernst Hillebrand

Quelle: Ernst Hillebrandt: Charlie Hebdo und das linke Appeasement

 

Siehe auch:

Islam & Gewalt: Beutekriege und strukturelle Gewalt haben im Islam eine lange Tradition

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Zafer Senocak: Der unaufhaltsame Niedergang des Islam

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24 Jul

Ein Gastkommentar von Hubert Hecker

fluchtburg01[1]

Fluchtburg der Abtei Lérins auf der Insel Saint Honorat bei Cannes: Schutz vor moslemischen Angreifern. Lérins gehört zu den ältesten Klöstern der Welt (seit dem 4. Jahrhundert).

Auch bei der 700jährigen muslimischen Herrschaft im maurisch-arabischen Spanien war der agressive Dschihad-Islam die Regel, nicht die Ausnahme.

In verschiedenen Koran-Stellen gibt Mohammed Anweisungen, „auf Allahs Weg gegen die Ungläubigen“ zu kämpfen. In seinen letzten Lebensjahren zog Mohammed mit immer größeren Araberheeren gegen die Städte und Dörfer im syrisch-palästinensischen Grenzgebiet. Nachdem beim Tode des Propheten die arabische Halbinsel durch die Zwangsannahme des Islam weitgehend geeint war, trug sein Nachfolger Abu Bakr (632-634) den Dschihad-Krieg in Gebiete außerhalb Arabiens.

Nach dem Feldzug wird die Beute verteilt

Keine unbedeutende Rolle im Dschihad spielt das Motiv des Beutemachens. Nach der Hinrichtung des jüdischen Quraiza-Stammes bei Medina ließ sich Mohammed 20 Prozent von deren Besitztümern reservieren, vier Fünftel der Beutegüter wurde an seine Mitkrieger verteilt. Das gleiche Verhältnis galt für die Versklavung von Frauen und Kindern. Das Beutemachen bei Überfällen und Kriegen wurde später im Koran göttlich legitimiert: „Allah hat euch viel Beute verheißen, die ihr machen werdet…“ – so in Sure 48, Vers 20.

Mohammed hatte durch Praxis und Lehre zu Eroberungs- und Beutekriegen angeregt und aufgefordert. Die maßlosen Grausamkeiten, die Regelmäßigkeit der Raubzüge und der systematische Charakter der Eroberungskriege, so urteilt die britisch-ägyptische Historikerin Bat Ye’or, unterscheide die islamo-arabische Expansion von allen anderen kriegerischen Unternehmungen der damaligen Reiche und mache sie zu der vielleicht „größten Plünderungsaktion der Geschichte“.

In diesem Sinne beschreibt Bat Ye’or die Eroberung ganz Nordafrikas durch islamische Heere: In den Regionen westlich Ägyptens „machten die Araber Tausende von Gefangenen und trugen eine reiche Beute zusammen. Während sie die befestigten Orte verteidigten, gingen sie dazu über, das umliegende offene Land zu durchstreifen und zu verwüsten. Tripolis wurde 643 geplündert, Karthago völlig zerstört, die Mehrzahl seiner Bewohner fand den Tod. Die Araber brandschatzten den Maghreb [Tunesien, Marokko, Libyen, Algerien, Mauretanien] und vergossen das Blut der Bewohner. Sie brauchten allerdings ein Jahrzehnt, um den Widerstand der Berber zu brechen.“

1000 Jahre muslimische Seeräuberei von den Küsten Nordafrikas aus

Nach der Islamisierung der christlichen Völker in Maghreb durch direkte oder strukturelle Gewalt brauchten die muslimischen Machthaber einige Jahrzehnte zur Konsolidierung ihrer Gebiete. Doch zu Beginn des 9. Jahrhunderts begannen lokale islamische Herrscher von den Küsten Nordafrikas aus einen beispiellosen Seeräuberkrieg gegen die christlich bewohnten Mittelmeerinseln und Italien:

827 plünderten muslimische Seeräuber die Insel Kreta und versklavten die Bewohner von 29 Städten. Ab 842 eroberten die islamo-arabische Truppen die italienischen Städte Bari, die sizilianischen Städte Messina, Catania, Ragusa und andere. Zwischen den Städtebelagerungen verheerten die Araber die Landgebiete, brandschatzten Dörfer und versklavten die Bewohner. 878 fiel Syrakus nach achtmonatiger Belagerung; nur wenige Bewohner kamen mit dem Leben davon, die weggetragene Beute war unermesslich.

Auch nach Mittel- und Norditalien machten sich muslimische Seeräuber-Flotten auf. Ähnlich wie zur gleichen Zeit in Nordeuropa die normannischen Seeräuber, landete 846 eine Dschihadisten-Flotte an der Tibermündung, marschierte nach Rom und plünderte die Kirchen, insbesondere die Schätze von St. Peter. Aus diesem Grund ließ Papst Leo IV. einige Jahre später eine Schutzmauer um den Vatikan bauen. 884 ging das benediktinische Urkloster Monte Cassino in Flammen auf. In einer Nacht- und Nebelaktion plünderten muslimische Corsaren die ligurische Stadt Genua.

Maurisch-arabische Blitzkriege gegen das christliche Spanien und Frankenstädte

Islamisch-besetzes-Spanien[1]

Islamisch besetzte iberische Halbinsel
Im Jahre 711 konnte ein Berber-Heer von 12.000 Mann in Südspanien die Truppen der Westgoten [Westfrankreich & Spanien] besiegen. Danach übernahm der arabische Emir Musa von Tunis mit einem noch größeren Heer die weitere Eroberung von vier Fünftel des christlichen Spaniens. 714 eroberten das maghrebische Dschihad-Heer die spanischen Städte Salamanca, Saragossa und Barcelona sowie León.

718 überschritten arabische Truppen die Pyrenäen. Ab 719 errichteten sie bei den Städten Narbonne, Toulouse und Nîmes im Merowingerreich feste Stützpunkte, um von dort die umliegenden Regionen zu verheeren. Die Plünderung der weit nördlichen Stadt Autun in Burgund 725 war für die merowingischen Frankenherrscher der Anlass, gegen den weiteren Vormarsch der Araber ihre Ritterstreitmacht aufzubieten. Aber auch nach dem Zurückschlagen des Dschihad-Heeres durch Karl Martell bei Tours und Poitiers 732 gingen die Raubkriege der arabischen Truppen und Banden im Frankenland weiter. Schon 737 eroberten sie Avignon und plünderten von dort aus das gesamte Rhonetal bis nach Lyon.

So kategorisch der universale Dschihad-Krieg für die islamische Gemeinschaft vorgeschrieben ist, so flexibel dürfen sich die Moslem-Führer bei der Kriegsführung verhalten: Je nachdem, ob es „für den Islam vorteilhaft“ ist, so die Formel, können sich die Kriegsherren für Eroberung, Verhandlung oder taktischen Rückzug entscheiden. Ähnliches gilt für die Behandlung der Bewohner von eroberten Städten und Kriegsgefangene. Letztlich basieren diese Entscheidungen auf der relativen Stärke oder Schwäche der jeweiligen islamischen Macht.

Mit einem Militärsklavenheer verwüsteten die Muslime Santiago de Compostella

In der Mitte des 8. Jahrhunderts befand sich das Emirat von Cordoba in einer Schwächeperiode. auch bedingt durch innere Konflikte und Aufstände, die mit äußerster Brutalität niedergeschlagen wurden.

Ab 793 begannen erneut die Raubzüge und Überfälle auf die fränkischen Mittelmeer-Regionen: Die Dschihad-Truppen zogen in diesem Jahr wiederum gegen Narbonne, um es zu belagern und brandzuschatzen mit mehr als 6.000 Toten. Die Stadt Nizza wurde im 9. Jahrhundert drei Mal von islamischen Truppen heimgesucht. Ebenfalls plünderten muslimische Terror-Banden mehrmals die Hafenstadt Marseille und führten Gefangene fort.

926 ließ sich der Emir Abd ar-Rahman zum Kalifen ausrufen, also als „Herrscher aller Gläubigen“. Parallel dazu baute er ein neues Söldner-Heer von gekauften Kriegssklaven aus dem germanischen und slawischen Osten auf. Gleichzeitig wurden die auf den Raubzügen erbeuteten Christenjungen zu Militärsklaven erzogen, eine Rekrutierungspolitik, die die türkischen Sultane mit den Janitscharen etwa 600 Jahre später ebenso betrieben.

Einen Höhepunkt an grausamen Dschihad-Kriegen erlebten die spanischen Christenregionen unter dem Amiriden-Herrscher ‚Almansor’ (981-1002). Den Titel „der Siegreiche“ übersetzten die Christen mit „Schrecken der Hölle“, weil seine teuflischen Kriegs-Grausamkeiten alles Bisherige übertrafen. Er hatte sich zu den Kriegssklaven weitere Berbertruppen geholt, die wie Berserker kämpften. 981 verwüsteten sie Zamora und deportierten 4.000 Gefangene. Vier Jahre darauf brannten sie Barcelona nieder. Sie töteten oder versklavten sämtliche Bewohner.

Im spanischen Nordwesten wurde Léon mitsamt Umgebung zerstört, im Südwesten das portugiesische Coimbra auf Jahre unbewohnbar gemacht. 997 machten Almansors Schrecken-Scharen die Pilgerstadt Santiago de Compostella dem Erdboden gleich und führten Bewohner und Pilger in die Sklaverei. Almansor hatte in den 21 Jahren seiner Herrschaft 57 Raubzüge gegen die christlich bewohnten Städte und Regionen unternommen. Als rigider Dschihadist führte er zugleich einen Kriegszug gegen philosophische Bücher, die er als unislamisch verbrennen ließ.

Schutzgeld-Steuern der Nicht-Muslime für den Wohlstand der Araber

Islamische Dschihad-Feldzüge erfüllten mit unterschiedlicher Gewichtung verschiedene Funktion. Nach dem Oberziel: Unterwerfung der Völker unter die Herrschaft Allahs spielte für die meisten islamo-spanischen Herrscher das Beutemachen eine entscheidende Rolle – auch als Rekrutieren von Kriegs- und Arbeitssklaven. Weiterhin sollten unter den Ungläubigen Angst und Schrecken verbreitet werden, damit sie fürderhin keinerlei Widerstand mehr wagten, sondern sich nur noch als untertänige Bittsteller nähern würden. Während man die Heiden mit der Alternative: Konversion oder Tod erpresste, konfrontierte man die „Leute der Schrift“, Christen und Juden, mit dem kaum weniger erpresserischen Arrangement: Tribut oder Tod.

Mit der Entrichtung von Kopf- und Landsteuer wurde die ursprüngliche Beute-Ökonomie der räuberischen Wanderbeduinen in eine strukturelle Ausbeutungs-Ökonomie transformiert: Die arabisch-islamische Oberschicht garantierte Juden und Christen durch paternalistische [herrische, autoritäre] Rechtszusage Schutz ihres Lebens und Eigentums, um deren ökonomische Produktivität abschöpfen zu können. Die sogenannte Toleranz der Dhimmi-Verträge für die „Leute der Schrift“ resultierte also aus ökonomischem Kalkül. Die Tribute, so sagt es eine Hadith-Überlieferung ganz offen, „helfen den Moslems, der Armut zu entkommen und sie mit Reichtum zu versorgen“. Das Dhimmi-System der Tribute, geleistet in Form von Geld, Naturalien oder Arbeit, wurde so zur strukturellen Basis für den Wohlstand der muslimischen Oberschicht.

Demütigung und Entrechtung der Juden und Christen

Die Steuern und Abgaben wurden gewöhnlich so bemessen, dass die Dhimmis nicht selbst reich werden konnten. Als die Juden in Granada Mitte des 11. Jahrhunderts durch Bildung und Handelsgeschäfte zu Wohlstand und gesellschaftlichem Einfluss gekommen waren, wurden mehrere Tausend Juden der Stadt 1066 bei einem Pogrom erschlagen und geköpft. Vorher hatte eine Hetzkampagne Neid und Mordlust bei den Muslimen geschürt: „Der Affe Josef hat sein Haus mit Marmor ausgelegt. Eilt, um ihm die Kehle durchzuschneiden; er ist ein feister Hammel; nehmt ihm sein Geld weg, denn ihr verdient es eher als er.“

Auch ein theologisch-soziales Regelwerk für den Alltag sollte die Dhimmis [Schutzbefohlenen] in ihrem Status und Selbstbewusstsein demütigen. So wurden niedrige Arbeiten wie Latrinereinigen allein den Christen und Juden zugewiesen. Sie sollten besondere Kleidung und Abzeichen tragen, an denen man sie erkannte und das ihnen zur Schande gereichte, so der maghrebische Rechtsgelehrte Ibn Abdun. Zeitweise wurden die Häuser der Juden mit einem Affenbild und die Christenhäuser mit einem Bild vom Schwein gekennzeichnet.

Hundert Jahre nach dem Pogrom musste der spätere Philosoph und Arzt Maimonides mit seiner Familie aus Cordoba fliehen. Aus Ägypten schrieb er seinen leidgeprüften Glaubensgenossen im Jemen, die ebenfalls unter Pogromen leiden mussten: „Bedenke, dass Gott uns unserer Sündenlast wegen unter dieses Volk der Araber geschleudert hat. Nie hat uns ein Volk so beschwert, erniedrigt, gedemütigt, gehasst und entehrt wie sie.“

Die religiöse Apartheid setzte sich in einer scharfen sozialen Schichtung fort: An der Spitze der politisch-sozialen Hierarchie stand das Herrenvolk aus den arabischen Stämmen. Die nächste Stufe nahmen die Berber ein, von den Arabern zwangsislamisiert und in diesem Status verachtet. Diese wiederum schauten auf die Muwallad herab, die zum Islam konvertierten Einheimischen. Die Herablassung aller traf die „Ungläubigen“, Christen und Juden, die sozial, rechtlich und teilweise auch räumlich in Ghettos abgesondert waren. Ganz unten in der Gesellschaftspyramide standen die Sklaven.

Eine kurze Epoche relativer interreligiöser Duldsamkeit erlebte al-Andalus unter zwei Kalifen in der Mitte des 10. Jahrhunderts. In dieser Zeit galt Cordoba mit seinen Bibliotheken und Schulen, Lehrern und Dichtern neben Konstantinopel und Bagdad als ein Zentrum der kulturellen Welt. Doch schon 981 unter dem Amiriden Almansor gewann der dschihadistische Islam mit seiner Kulturfeindlichkeit wieder die Oberhand. Nach der spanischen Eroberung von Toledo 1085 entwickelte sich diese Grenzstadt unter der milden Herrschaft des christlichen Königs Alfons zu einem neuen Zentrum des interkulturellen Austausches, während die Berber-Dynastien der Almoraviden, gefolgt von den maurischen Almohaden, das islamische Spanien immer wieder unter die Zuchtrute eines rigiden Islams stellten.

Die Scheinblüte multikultureller Toleranz erwuchs aus Günstlingswirtschaft

Al-Andalus hat ein reiches Vermächtnis an Lyrik und Dichtung hinterlassen. Auffällig ist allerdings, dass der Anteil von Schmeichelpoesie und an Loblieder auf die Herrschenden besonders groß ist. Das weist darauf hin, dass die Dichter und Gelehrten, die Künstler und Wissenschaftler und auch gesellschaftlich hochgestellte Juden und Christen Teil eines orientalischen Klientel-Systems waren:

Die schmale städtische und höfische Elite war total von der Gunst des jeweiligen Herrscher-Mäzens abhängig. Er erteilte die Aufträge, schützte vor fanatischen Islamisten, konnte seine Schützlinge aber auch verbannen, wenn im das Ergebnis nicht gefiel. Der Künstler und Gelehrte, seinem Herrn auf Leben und Tod ausgeliefert, hatte allen Grund, mit seinen Worten und Werken dem Herrscher-Mäzen zu schmeicheln. Gleichwohl blieb die Lage der kulturellen Elite ambivalent, denn der Nachfolger des Herrschers konnte schon eine konträre Kulturpolitik betreiben.

So ging es dem berühmten Philosophen Averroes. Er wurde Leibarzt des Sultans Jusuf I. und kommentierte in seinem Auftrag die Werke des Aristoteles. Jusufs Nachfolger Jakub verbot durch ein Dekret 1195 alle Philosophie und die griechische Wissenschaft. Averroes’ Bücher wurden verbrannt, der Philosoph vor der Moschee von Cordoba an den Pranger gestellt und anschließend verbannt.

In ähnlich prekärer Stellung wie die Künstler standen jüdische und christliche Hofbeamte in al-Andalus. Im 10. Jahrhundert konnten Juden und etwas weniger Christen hohe Regierungsstellen einnehmen. Denn einige islamische Herrscher hatten ein Interesse daran, hohe Staatsämter mit qualifizierten „Ungläubigen“ zu besetzen, da diese nicht in muslimische Familienbeziehungen und Seilschaften eingebunden war, die den Herrscher bedrohten.

Diese „Toleranz“ einiger Umayyaden-Herrscher gegenüber ihren „ungläubigen“, aber kompetenten Hofbeamten war funktional auf Herrschaftssicherung begründet. Sie war gerade nicht in der islamischen Tradition verankert. Denn nach islamischer Lehre durfte kein Ungläubiger Macht oder Befehlsgewalt über einen Muslim ausüben.

Die kurze Blüte an Kultur und Toleranz in al-Andalus war nicht die Regel, sondern die Ausnahme von einem generell dschihadistischen Islam, der über 700 Jahre den größten Teil Spaniens im Würgegriff hatte. Insofern sind die Verklärungen und Schmeicheleien über den angeblich toleranten Islam im muslimischen Spanien eines der Märchen aus tausendundeiner Nacht.

Literatur:
Bat Ye’or, Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam, Resch-Verlag 2005;
Eugen Sorg: Das Land, wo Blut und Honig floss, Die Weltwoche, Ausgabe 35/2005;
Norbert Clasen: Der Mythos vom Goldenen Zeitalter der Toleranz, Kirchliche Umschau Nr. 2/2013

Text: Hubert Hecker
Bild: Wikicommons

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Quelle: Beutekriege und strukturelle Gewalt haben im Islam eine lange Tradition – Islam und Gewalt (6)

Siehe auch:

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Domenico Quirico: Der Islam ist eine totalitäre Kriegsreligion

Zafer Senocak: Der unaufhaltsame Niedergang des Islam

Akif Pirincci: Lügen sich zwei gegenseitig die Hucke voll

Nach Protest gegen Halal-Fleisch – Ausgangssperre für Tierschützer

24 Jul

Conservo

(www.conservo.wordpress.com)

Von Marilla Slominski

Der 29jährige Liam Gary Edwards wurde von einem englischen Gericht zu einem vierwöchigen Hausarrest verdonnert. Sein Vergehen: Er hatte in einem Supermarkt Fleischpackungen mit Stickern beklebt, um auf das grausame Halal-Schlachten aufmerksam zu machen. Die Aussage „Halal ist grausam und fördert Terrorismus“ ist zu viel für die heutige „tolerante“ europäische Gesellschaft. Kein Problem hatten die Behörden Anfang Juli, als ein Mann in die Flagge des IS gehüllt, durch Londons Straßen vorbei am Wahrzeichen Big Ben marschierte. Auf den Schultern saß seine kleine Tochter, die fröhlich eine Mini-IS-Fahne schwenkte. Die Polizei stoppte ihn zwar kurzfristig, sah jedoch keinen Anlass für eine Verhaftung. Eine Fahne zu tragen, sei schließlich kein Verbrechen und falle unter die freie Meinungsäußerung.

Quellen: http://www.dailymail.co.uk/news/article-3172518/Animal-lover-stuck-beware-halal-funds-terrorism-stickers-chicken-products-local-Sainsbury-s-given-month-long-curfew.html und http://www.dailymail.co.uk/news/article-3150089/Man-parading-ISIS-flag-outside-Big-Ben.html

Gefunden auf: http://journalistenwatch.com/cms/ausgangssperre-fuer-tierschuetzer/

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