Hannover: Polizei patroulliert vor Garbsener Hauptschule

10 Jun

Seit Freitag gehen Polizisten vor der Hauptschule Streife. Verstärkte Polizeipräsenz vor der Nikolaus-Kopernikus-Hauptschule, das war am Freitag die erste sichtbare Konsequenz des Krisentreffens vom Vortag, bei dem Vertreter der Schule, der Stadt Garbsen, Polizei und Landesschulbehörde vereinbart hatten, ein Sicherheitskonzept für die Problem-Schule zu erarbeiten. „Wir sind jetzt verstärkt morgens, mittags und zu den Pausenzeiten mit Streifen vor der Schule unterwegs“, sagte Polizeisprecher Stefan Wittke. Neue kriminelle Zwischenfälle habe es bisher aber nicht gegeben.

Diebstähle, Einbrüche, Körperverletzung: An Nikolaus-Kopernikus-Hauptschule in Garbsen gehört dies wohl zum Alltag. Verstärkte Polizeipräsenz soll das Problem lösen.

Gewalt, Mobbing und Erpressung an der Tagesordnung

Wegen ständiger Gewalt gegen Schüler und Lehrer, Mobbing, Erpressung und Sachbeschädigung hatte sich der Rektor der Hauptschule in der Region Hannover hilfesuchend an die Landesschulbehörde gewandt – und am Donnerstag auch Unterstützung zugesichert bekommen. Neben verstärkter Polizeipräsenz, vor allem zu Schulbeginn und in den Pausenzeiten, ist außerdem geplant, dass Beamte in den Unterricht kommen, um gemeinsam mit den Schülern die Vorfälle aufzuarbeiten. Auch über Einlasskontrollen werde nachgedacht, sagte ein Polizeisprecher nach dem Krisentreffen.

Elternrat sieht erhöhte Polizeipräsenz kritisch

Wie das Sicherheitskonzept im Detail aussehen kann, werde bei weiteren Treffen erörtert, hieß es. Die Sprecherin des Elternrates, Ümmü Gül Kahraman, sieht eine erhöhte Polizeipräsenz kritisch. Dadurch würden die Schüler nur zusätzlich verunsichert, sagte sie NDR 1 Niedersachsen. Der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) will sich jetzt offenbar auch der Probleme der Hauptschule in Garbsen annehmen. Während der Kultusministerkonferenz in Hannover versprach er am Donnerstag, die Schule in der kommenden Woche zu besuchen, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen.

In einem Schreiben an die Landesschulbehörde hatte Schulleiter Albert Seufer unter anderem eine Videoüberwachung gefordert. Die Gewalt an seiner Schule hat so stark zugenommen, dass sich der Rektor einer Garbsener Hauptschule an die Schulbehörde gewandt hat. Er fordert eine Videoüberwachung.

„Die Situation hat sich zugespitzt“

Verantwortlich für die Gewalt an der Schule ist offenbar eine Gruppe Schüler, die andere Jugendliche und auch Lehrer bedroht. „In der jüngeren Geschichte gab es Disziplinlosigkeiten, seit einiger Zeit aber gibt es gehäuft Probleme mit einer kleinen Schülergruppe“, sagte Susanne Strätz von der Schulbehörde. „Die Situation hat sich zugespitzt.“

Sozialarbeiter, Gewaltprävention – nichts zeigte bisher Wirkung

Die Probleme an der Schule seien der Behörde schon länger bekannt, so Strätz. Die Schule liege im schwierigen Stadtteil Auf der Horst, wo sich soziale Probleme, ein hoher Ausländeranteil und Sprachprobleme ballten. In der Vergangenheit sei bereits einiges unternommen worden, um die Situation in den Griff zu bekommen. So sei zum Beispiel ein Sozialarbeiter eingesetzt worden. Außerdem hätten die Lehrer immer wieder an Fortbildungen zum Thema Gewaltprävention teilgenommen.

Quelle: Polizei patroulliert vor Garbsener Hauptschule

Siehe auch:
Video: Polizei patroulliert vor Hauptschule (01:57)
Video: Schwierige Schüler gibt es an vielen Orten (07:01 min)
Video: Es muß sofort etwas passieren (02:49 min)
Video: Rektor fordert Polizeischutz (03:04 min)

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